Mit wenigen Worten viel zum Nachdenken

Von: mb
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Bei der Lesung in der Wegberger Mühle: Lyrikerin Jane Herzberg alias Sinéad Phelan aus Hückelhoven sowie ­Petra Buhrow und Stefan Henkel (Gitarre). Die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg war Gastgeber zu dieser Veranstaltung. Foto: Baltes

Kreis Heinsberg. Keine andere Pflanzenfamilie verfügt über ein so großes Spektrum, was Formen und Farben der Blüten anbelangt, wie die Familie der Orchideen. Nur einige Millimeter groß können die Blüten sein, aber auch 20 Zentimeter und mehr.

 Die Farbskala reicht vom kräftigen Rot und Gelb über changierende Grün- und Blautöne bis zum zarten Weiß. „Diese Vielfalt ist der Grund, weshalb ich meine Gedanken und Aphorismen in einem Buch namens ,Orchids – Orchideen‘ zusammengefasst habe“, sagt die in Hückelhoven lebende Lyrikerin Jane Herzberg.

Ihre Texte veröffentlicht sie unter ihrem gälischen Geburtsnamen Sinéad Phelan. Auf Einladung der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg präsentierte sie eine kleine Auswahl von Texten ihres Buches in der Wegberger Mühle und überraschte mit einer außergewöhnlichen Präsentation aus Lesung, Musik und Malerei.

Stimmig und anrührend begleitete der junge Gitarrist Stephan Henkel aus Greifswald (zeitweise unterstützt von Petra Buhrow) die Lesung mit großartiger Gitarrenmusik.

Einige der Illustrationen des Buches – Aquarelle von Henning Herzberg de Pers – bildeten den ­äußeren Rahmen der kleinen Bühne.

Erkenntnisse und Beobachtungen

Sinéad Phelan nahm die Zuhörer mit in ihre eigene Welt, in ihre persönlichen Erkenntnisse und Beobachtungen, in die eigene Lebenserfahrung. Sie machte sich ihre eigenen Gedanken zu Türen, beschrieb Freud und Leid der Freundschaft, suchte nach dem Preis der Schätze, erklärte den Unterschied zwischen Toleranz und Takt und brachte den Kompromiss auf einen überraschenden Endpunkt. „Ich versuche, ganz komplizierte Gedanken, einfach auszudrücken“, erklärte sie ihre Vorgehensweise.

Immer schreibe sie die Texte in ihrer Muttersprache Englisch, an der Übersetzung ins Deutsche arbeite sie manchmal sehr lange. „Es ist nicht einfach, Gefühle zu übersetzen. Der ursprüngliche Sinn des Textes darf ja auf keinen Fall verloren gehen.“

Auch in Wegberg trug sie die Texte zunächst in ihrer Originalsprache vor, bevor die Übertragung ins Deutsche erfolgte. Mit wenigen Worten gab sie ihrem Publikum viel zum Nachdenken, hielt den Zuhörern einen Spiegel vor, ließ Verzagtheit, Schmerz und Enttäuschung nicht aus. Und blieb im Grundton voller Zuversicht, Lebensfreude und Optimismus. „Ich bemühe mich, das Leben positiv anzugehen.“

In Dublin aufgewachsen

Die Autorin wurde als Tochter einer Australierin und eines Iren in England geboren. Mit ihrer Familie siedelte sie nach Irland über und wuchs in Dublin auf. Dort studierte sie Fremdsprachen und verließ das Land 1971, um zunächst in den Niederlanden und später in Deutschland zu leben.

„Sage es mir und ich werde es vielleicht vergessen, zeige es mir und ich werde mich wahrscheinlich daran erinnern, erobere mein Herz und ich werde es sicher verstehen.“ Mit diesem Text beendete sie die außergewöhnliche Lesung, und der lang anhaltende Applaus des Publikums durfte sicher als Zeichen dafür gewertet werden, dass sie in Wegberg das Herz des Publikums erobert hat.

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