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Mit guten Ideen: Jürgen Frisch ist der neue Pfarrer in Hückelhoven

Von: Norbert F. Schuldei
Letzte Aktualisierung:
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Jürgen Frisch ist der neue Pfarrer in Hückelhoven. Er bringt neue Ideen mit: Die Bibel in der einen, rote Rosen in der anderen Foto: N. Schuldei

Hückelhoven. Eine unendliche Geschichte, von der Komödie bis zum Drama ist da alles möglich, alles denkbar, alles schon mal da gewesen. Und doch ist immer wieder alles neu, noch nie so gewesen, jeder empfindet es immer wieder völlig verschieden. Ja, die Rede ist von der Liebe. Liebe ist nie gleich, ist immer ganz anders. Andererseits: Mit der Liebe ist es immer das gleiche, aber nie dasselbe, es ist das uralte Thema - immer wieder brandneu.

Das wird natürlich in Hückelhoven nicht anders sein. Oder doch? „Segensfeier für Verliebte und alle, die partnerschaftlich unterwegs sind” kündigen die kleinen Plakate im Schaukasten von St.Bonifatius in Schaufenberg für den 14. Februar an.

Wenn das möglicherweise auch nichts ganz Neues ist - ungewöhnlich ist eine solche kirchliche Veranstaltung zumindest für diesen Raum schon. Natürlich: Der 14. Februar ist Valentinstag, seit Jahren als Tag der Liebenden und Verliebten besonders auch von den Blumenhändlern und in den Parfümerien geschätzt.

Aber was hat Kirche, noch dazu eine katholische, mit dem Valentinstag am Hut? „Beim Thema Liebe ist Kirche gefordert”, sagt ein junger Mann in verblichenen und zerfransten Jeans als er einladend die Tür zum Pfarrhaus in Schaufenberg öffnet.

Jürgen Frisch heißt er und ist seit November vergangenen Jahres Seelsorger in Hückelhoven. Eine neue, frische Kraft der katholischen Kirche für ihre Schäfchen in der alten Zechenstadt. „Ja, das ist ein Feld, auf das wir zu wenig hingeguckt haben”, sagt Frisch. Er meint natürlich das weite Feld der Liebe.

Und wenn er „wir” sagt, meint er die Kirche. Seine, die katholische Kirche. Mit der von ihm ins Leben gerufenen „Segensfeier für Verliebte” am Valentinstag in St.Barbara in Hückelhoven oben in der Siedlung will er einen Beitrag leisten, dieses Defizit ein wenig abzubauen.

„Wenn wir beim Thema Liebe nur auf die Eheschließung gucken, ist das zu wenig”, sagt der gerade 40 Jahre alt gewordene neue Pfarrer in Hückelhoven. Eine „Segensfeier für Verliebte” also am Valentinstag. Wie ist er eigentlich auf die Idee gekommen? „Gute Frage. Aber schlagen Sie doch mal am 14. Februar die Zeitungen auf,” sagt Frisch. Ja, da wimmelt es von Kleinanzeigen, in denen sich die verschiedensten Kosenamen gegenseitig ihrer Liebe versichern.

Er habe, sagt Pfarrer Jürgen Frisch, bewusst nicht die Form der Messe gewählt: „Ich will es niederschwellig halten. So, dass jeder, der neugierig geworden ist, kommen und sich wohl fühlen kann. Unabhängig vom Alter.” Liebe sei nämlich keine Sache des Alters. Als Kaplan in Geilenkirchen habe er eine ähnliche Veranstaltung am Valentinstag angeboten.

Mit großem Erfolg: „St.Ursula war mit etwa hundert Paaren gut gefüllt.” Ein Wagnis sei das für ihn damals gewesen: „Diese Form kirchlichen Zusammenkommens ist ja nicht sehr geläufig”, sagt er. Junge Leute spielen Klarinette und machen Musik auf dem Piano, zitieren aus dem Alten Testament das Hohe Lied („Schön bist du, meine Freundin, ja, du bist schön.

Zwei Tauben sind deine Augen. Schön bist du, mein Geliebter, verlockendÉ”). Schöne Liebespoesie, die man selten nur von der Kanzel hört. „Ja”, sagt Frisch, „aus dem Hohen Lied wird kaum gelesen. Vielleicht weil es zu erotisch ist.”

Auch im Neuen Testament finden sich Passagen, die auf den Tag der Liebenden zugeschnitten scheinen und auf die Frisch zurück greift. „Im Paulusbrief 1, Korinther 13 beispielsweise heißt es: ,Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnisse hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte - hätte ich aber die Liebe nicht, wäre ich nichts´. Das passt doch”, sagt Pastor Frisch.

Das Herz, das da auf dem Sofa in seinem Wohnzimmer liegt, ist so groß, dass es einfach nicht zu übersehen ist. Und so rot ist es, dass es fast ins Auge sticht. „Das gehört”, sagt Jürgen Frisch, „zu meiner Segensfeier am 14. Februar dazu. Selbstverständlich.”

Der Blumenstrauß mit den roten Rosen in der großen Vase auch? „Ja, der auch. Wir werden das Lied von Hildegard Knef dazu singen.” „Für mich soll´s rote Rosen regnen?” „Genau”, sagt Frisch, „aber wir wandeln das etwas um und singen: „Für dich soll´s rote Rosen regnen.” Tja, der Valentinstag. Natürlich gibt es in unserer von der Landwirtschaft geprägten Region auch einen ganz handfesten Bezug: „Am Tag von Sankt Valentin/gehen Schnee und Eis dahin”.

Schaun wir mal. Die Feier, in der sich Paare ihrer Verbindung den Segen der Kirche geben lassen können, am Samstag, 14. Februar, in St. Barbara in Hückelhoven jedenfalls beginnt um 15 Uhr. Ganz sicher.
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