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Mit großer Leidenschaft Zinnsoldaten gesammelt

Von: ej
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„Im Bleischritt Marsch”: Stolz zeigte Theo Ortenstein (r.) seine Zinnsoldaten Museumsleiterin Dr. Rita Müllejans-Dickmann, Kreisdirektor Peter Deckers (2.v.r.) und Dezernent Helmut Preuß (l.). Foto: Jennes

Kreis Heinsberg. Zackig stramm, in Reih und Glied, stehen sie, zu Regimentern formiert, in gläsernen Vitrinen im Kreismuseum in Heinsberg und faszinieren die Besucher der Ausstellung „Im Bleischritt Marsch”.

Insgesamt rund 3500 Zinnfiguren in farbenprächtigen Paradeuniformen hat Theo Ortenstein, Initiator der Ausstellung und leidenschaftlicher Sammler, eigenhändig gegossen und in vielen Einzelschritten originalgetreu bemalt.

So nehmen unzählige Regimenter von standhaften kleinen Zinnsoldaten, Dragonern, Husaren, Feldartilleristen, Jägern und Musikern, um nur einige Beispiele zu nennen, die Besucher mit auf eine Zeitreise in die Zeit des preußischen Untertanen-Geistes, wie es Museumsleiterin Dr. Rita Müllejans-Dickmann bei der Ausstellungseröffnung formulierte.

„Selbst in Haushalten sozialdemokratischer Arbeiter fand sich damals das Bild des Kaisers neben den Familienfotos und den Andenken an den Militärdienst”, blickte sie zurück in die Geschichte. „Macht und Ansehen des Kaiserreiches waren in jener Zeit eine verlässliche Klammer gegen bestehende Klassengegensätze, die jedoch in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges zerbrachen.”

Theo Ortenstein galt ein herzlicher Dank für die Initiative und alle damit verbundenen Mühen. „Die Passion, mit der sie diese Ausstellung kreiert haben, ließ meinen Kollegen Richard Jochims und mich erahnen, mit welcher Leidenschaft sie ihrer Sammeltätigkeit nachgehen”, zollte sie Ortenstein Anerkennung. „Die Lehr-, Lern- und Wanderjahre im Aufbau der Sammlung liegen lange hinter ihm. Ein hoher Professionalisierungsgrad und ein unglaublicher Wissensschatz zeichnen diesen Sammler und seine Sammlung aus”, so die Museumsleiterin. Sie freue sich, das Ortenstein es ermöglicht habe, mit dieser Ausstellung daran teilzuhaben, auch wenn sie nur eine kleine Facette seines Fundus zeige.

Sammeln sei eine Urhandlung allen Bewahrens und ein Weg zum Wissen, Sammelleidenschaft ein verkanntes Alltagsphänomen dieser Zeit, dem fast jeder in irgendeiner Form fröne. Sie sprach von der „Sammler-Antenne”, mit deren Hilfe der Sammler Witterung aufnehme, um die ihm fehlenden Stücke zu finden. „Diese Antenne ist auch bei Theo Ortenstein nach wie vor weit ausgefahren”, schloss sie ihre Ausführungen.

In Reimform richtete Theo Ortenstein das Wort an die Gäste, ließ sie so bereits ein wenig teilhaben an seinem Hobby, das für ihn kein Spielzeug, sondern Faszination ist. Er stellte seine Arbeitsschritte zunächst in Worten vor, um sie im Anschluss sogar an einem kleinen Arbeitstisch praktisch zu demonstrieren.

Neben den Zinnsoldaten sind in der Ausstellung noch zahlreiche andere Originalexponate aus der Kaiserzeit um 1900 zu sehen.

Die Ausstellung „Im Bleischritt Marsch” ist im Kreismuseum in Heinsberg (Hochstraße 21) bis 13. April zu besichtigen. Die Öffnungszeiten: samstags von 14 bis 18 Uhr sowie sonntags von 10 bis 12.30 und von 14 bis 18 Uhr.
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