Mit Gabelstabler auf dem Weg in neues Leben

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Gabelstablerprüfung in der Justizvollzugsanstalt: Ausbilder Udo Scholz gibt wertvolle Tipps und zeigte sich nach der Prüfung zufrieden. Foto: agsb

Heinsberg. Einfach reinsetzen, den Schlüssel einstecken, rumdrehen und ab geht die Post - so simpel ist das mit einem Gabelstapler nicht. Das Fahren und das Bedienen eines solchen Gefährtes erscheint auf den ersten Blick simpel - dabei müssen jedoch viele Vorschriften beachtet werden. Die Theorie ist hier sehr wichtig und war der Hauptbestandteil eines Lehrganges des Kolping-Bildungswerkes.

An sich ein ganz normales Angebot des Bildungswerkes - diesmal jedoch wurde der Lehrgang für jugendliche Strafgefangene in der Justizstrafvollzugsanstalt in Heinsberg angeboten.

Ausbildung wird hinter Gittern durch das Kolping-Bildungswerk groß geschrieben, viele Lehrgänge oder auch komplette Berufsausbildungen sollen den jugendlichen Insassen eine neue Chance für ihr späteres Leben geben.

Fünf junge Insassen zeigten Interesse am Gabelstaplerfahren, zwei hielten am Ende durch und machten dadurch einen wichtigen Schritt in Richtung späteres Berufsleben. Eine Woche lang dauerte die Ausbildung zum Gabelstaplerfahrer.

„Diese Prüfung ist sehr gefragt, denn die Jungens können etwas Handfestes vorweisen. Sie können nach bestandener Prüfung schon stolz auf sich sein”, sagt Ausbilder Udo Scholz.

In der Theorie standen die Unfallverhütungsvorschriften (UVV), das Arbeiten in einer Gefahrenzone, der Umgang mit explosiven Stoffen oder das Ein- und Auslagern von Lasten, also das Beladen von Lastkraftwagen unter anderen Aspekten im Zentrum.

„Mit 18 Jahren kann man den Gabelstaplerführerschein erwerben. Will oder muss man mit dem Gabelstapler auch auf öffentlichen Wegen fahren, dann ist ein Pkw-Führerschein erforderlich”, so Scholz. Auf dem Wirtschaftshof der Justizvollzugsanstalt hatten die Jungens in der Praxis schon ein wenig Bammel, meisterten ihre Sache aber mit Bravour.

Die Einweisung und die Bedienungseinweisung am Gabelstapler rief bei den Lehrgangsteilnehmern schon Erstaunen hervor. Die ersten Fahrversuche brachten waren mit einer gehörigen Portion Nervenkitzel verbunden: So viel technische Details und Finessen am Gabelstapler hatten die Lehrgangsteilnehmer dann doch nicht erwartet.

Viele Fahrübungen standen auf dem Programm, und so mit und mit legte sich die Nervosität und die Teilnehmer wurden immer sicherer. Udo Scholz gab laufend Tipps an die Jungens weiter.

Wobei am Prüfungstag die Teilnehmer dann doch zunächst Nervenflattern bekamen, diese dann aber schnell abgelegten. „Ich möchte keinen Fehler machen”, sagte sich John immer wieder. Der 20-Jährige verbüßt eine dreijährige Jugendstrafe und möchte sein Leben ändern. In der Schweißerei absolviert er eine Ausbildung und sieht im Erwerb des Gabelstaplerführerscheins den ersten Schritt in die neue Richtung.

„Ich hätte vor drei Jahren bei einer Firma arbeiten können, aber da war ein Gabelstablerführerschein Voraussetzung”, blickt John wehmütig zurück.

„Nun habe ich was in der Hand”, freut sich der junge Mann nach der bestandenen Prüfung. Ausbilder Udo Scholz zeigte sich zufrieden und auch ein wenig stolz: Alle an die Lehrgangsteilnehmer gestellten Anforderungen wurden mit Bravour erfüllt.
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