Mit 16 schon die erste neue Nase?

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Chirurgie-Chefarzt Dr. Hans-Dieter Böttger zeigte den Neuntklässlern der Gemeinschaftshauptschule Wegberg Risiken und Nebenwirkungen von Schönheitsoperationen auf. Foto: Alois Müller

Wegberg. Die Überraschung war gelungen: Verblüfft schauten die Schüler der Gemeinschaftshauptschule Wegberg auf die Silikon-Kissen, ließen sie vorsichtig durch die Reihen wandern. Irgendwie hatten sie sich die Hilfsmittel einer Brustvergrößerung so nicht vorgestellt.

Dr. Hans-Dieter Böttger, Chefarzt der Chirurgie in der St. Antonius Klinik, zeigte den Neuntklässlern mit eindrucksvollen Bildern die Risiken und Nebenwirkungen von ästhetischen Operationen. Anlass dieser ungewöhnlichen Aktion war die Gesundheitswoche in der Gemeinschaftshauptschule in Wegberg.

Hier stand unter anderem das Thema „Schönheitsoperationen bei Jugendlichen” auf dem Programm. „Immer mehr junge Menschen sind unzufrieden mit sich und glauben, wenn sie ihr Äußeres verändern, wären sie erfolgreicher in Partnerschaft oder Karriere”, sagte Marita Stawinoga, Ärztin im Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg und Initiatorin des Besuchs der 15 Schüler in der St. Antonius Klinik.

„Ein gefährlicher Trend, denn schon heute ist jeder vierte Patient bei einer Schönheitsoperation jünger als 25 Jahre”, so Böttger. „Diese Operationen bei Jugendlichen sollten immer die letzte Möglichkeit sein und nur bei medizinischer Notwendigkeit durchgeführt werden. Dazu muss man auch wissen, dass ein solcher Eingriff ohne medizinische Indikation von den Krankenkassen nicht bezahlt wird, da können schnell 5000 bis 10.000 Euro zusammen kommen.”

Die Schüler hatten sich gut auf das Gespräch mit dem Chefarzt vorbereitet. „Sind Schönheitsoperationen im Ausland gefährlicher als in Deutschland?”, „Kann man von einer Schönheitsoperation krank werden?” - die Fragen kamen zunächst nur zögernd, doch dann ging es Schlag auf Schlag. Vor allem die Frage, ob auch die bei Jugendlichen so beliebten Tattoos und Piercings zu den Schönheitsoperationen zählen, beschäftigte die Hauptschüler. Dabei konnten sie ihre eigenen Erfahrungen in die Diskussion einbringen. „Ich hatte eine Entzündung nach dem Piercen”, erinnerte sich die 15-jährige Günce.

„Schlechte Wundheilung, Blutergüsse oder maskenhafte Starre nach einer Gesichtsoperation wie beispielsweise beim King of Pop Michael Jackson können weitere Folgen eines operativen Eingriffs aus Schönheitsgründen sein”, warnte der Chefarzt.

Am Ende einer informativen Stunde hatten die Schüler eine Menge Diskussionsstoff. Die Silikon-Kissen durften sie mitnehmen. Das Thema wird sie sicher noch eine Weile beschäftigen. „Wichtig ist es, dass Jugendliche nicht versuchen, falschen Idealen nachzueifern, sondern sich so akzeptieren, wie sie sind”, so Böttger.
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