Minister Laumann: „Handwerk ist Rückgrat des Mittelstandes”

Von: disch
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Der Landesminister und der Kreishandwerksmeister im Dialog: Karl-Josef Laumann (l.) und Wilfried Wiesenborn am Sonntagvormittag in der Heinsberger Stadthalle. Der CDU-Politiker war der Festredner beim 15.Frühjahrstreffen des Heinsberger Handwerks. Foto: agsb

Kreis Heinsberg. NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann hat das Handwerk als „das entscheidende Rückgrat des Mittelstandes” gelobt. Der CDU-Politiker war am Sonntag der Festredner beim 15.Frühjahrstreffen des Heinsberger Handwerks vor rund 200 Gästen in der Heinsberger Stadthalle.

Kreishandwerksmeister Wilfried Wiesenborn hieß den Minister „willkommen im Zentrum der deutschen Wirtschaft”, denn mit 180.000 Betrieben und einer Million Beschäftigten sei das Handwerk die tragende Säule des Mittelstandes im Land Nordrhein-Westfalen. Die Handwerksunternehmen würden 140000 Jugendliche ausbilden und ihnen in mehr als 100 Berufen eine gute Zukunftsperspektive geben. „Ja, selbst Bürgermeister und Minister bringt das Handwerk hervor.”

An den Minister gewandt, sagte Wiesenborn, was das Handwerk in der Wirtschaftskrise und darüber hinaus brauche, damit das Wirtschaftswachstum schneller zu neuen Arbeitsplätzen führe, seien flexiblere Arbeitsmarktstrukturen.

Minister Laumann, gelernter Schlosser, würdigte die große Wirtschaftskraft des Handwerks und das Engagement der Handwerker, die Verantwortung nicht nur für ihr Unternehmen und ihre Beschäftigten, sondern auch für ihre Region übernehmen würden. Vor allem dankte er dem Handwerk dafür, dass es trotz der Krise an seiner „Riesenrolle” im Bereich der Ausbildung festgehalten habe.

Laumann appellierte an die Betriebe, auch in Zukunft auszubilden, denn wenn die Kinder von heute keine qualifizierte Ausbildung beginnen könnten, „werden wir den Wohlstand verlieren”.

Der Minister streifte eine Vielzahl aktueller Themen. Stichwort Finanzkrise: Die Finanzwirtschaft müsse weltweit, zumindest europaweit so weit an die Leine gelegt werden, „dass so eine Schweinerei nicht mehr passieren kann.”

Stichwort Steuersenkung: Eine Steuerreform könne nicht von Ländern und Kommunen finanziert werden, dies sei nicht verantwortbar, verwies er auf große Umbrüche, die derzeit auf diesen Ebenen im Bereich der Erziehung und Bildung zu bewältigen seien, so mit der Umstellung auf Ganztagsbetrieb der Schulen - dies sei „eine gewaltige Aufgabe”. Stichwort: Lebenslanges Lernen.

Stolz verwies er auf die Weiterbildungsoffensive in NRW mit dem Bildungsscheck für berufliche Weiterbildung. Stichwort Löhne: Laumann erklärte, er sei nicht für gesetzliche Mindestlöhne, aber er plädierte für Tariflöhne. Qualifizierte Arbeitnehmer werde es nicht geben, wenn sich die Lohnspirale weiter nach unten drehe. „Wenn man von Arbeit nicht mehr leben kann und Hartz IV bezieht, hat Arbeit keine Würde mehr.”

Der Minister sprach sich auch für einen einheitlichen Tarifvertrag in der Zeitarbeit aus, der dann für allgemeinverbindlich erklärt werden könne. Der flexibelste Arbeitnehmer bekomme den schlechtesten Lohn und werde als fünftes Rad am Wagen behandelt - „das geht nicht.”

Mit einem Bildband über den Kreis Heinsberg und einem Präsentkorb dankte die Kreishandwerkerschaft dem Minister für den Besuch. Da durfte die von der Fleischer-Innung entwickelte Original Heinsberger Rostbratwurst im Korb nicht fehlen...
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