Gangelt - Mehrheit für Hennen-Platz Nachbarheide im Fachausschuss

Mehrheit für Hennen-Platz Nachbarheide im Fachausschuss

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Die Bündnisgrünen aus dem Kreis Heinsberg hatten zur Demonstration vor dem Gangelter Rathaus aufgerufen (Bild). Deren Proteste richteten sich grundsätzlich gegen Massentierhaltung, für die - auf gesetzlicher Basis - in Gangelt „Vorrangflächen” ausgesucht werden sollen. Mögliche betroffene Anwohner schlossen sich der Demo an. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Der Standort nahe den Windrädern von Nachbarheide soll als Vorrangfläche für die Intensivtierhaltung ausgewiesen werden. Das beschlossen die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses nach geheimer Abstimmung mit acht zu fünf Stimmen.

Empfangen wurden die Ausschussmitglieder schon vor dem Rathaus von einer Gruppe Demonstranten, die auf Einladung von Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Heinsberg gegen Massentierhaltung und die damit verbundenen grundsätzlichen Probleme aufmerksam machen wollten.

„Alle schreien, wenige kommen”

Unter den rund 50 Demonstranten waren auch einige Bürger aus den Bereichen Nachbarheide und Birgden, den beiden Orten, die in der Anfangsplanung als Gewerbeplätze in Fragen gekommen waren. „Alle schreien, wir wollen das nicht, aber dann kommen nur so wenige”, zeigte sich eine Dame enttäuscht von der Zahl der Erschienenen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Karl-Heinz Milthaler, schilderte den Weg von der Antragstellung bis zur jüngsten CDU-Fraktionssitzung, in der eine mehrheitliche Entscheidung für das Umfeld Nachbarheide gefallen sei. „Das Ansinnen der Bürger hat für uns oberste Priorität”, betonte er. Der zwischenzeitlich auch noch ins Auge gefasste Bereich bei Hohenbusch an der niederländischen Grenze falle weg, da dort Naturschutzgebiet und ohnehin der Kreis Heinsberg Eigentümer sei.

Es sei auch rechtlich nicht haltbar, so Karl-Heinz Milthaler, ein solches Gebiet auszuweisen, von dem man sofort weiß, dass der Eigentümer es nicht verkaufen werde. „Es sollte der Eindruck entstehen, dass auf dem Gebiet, das wir ausweisen, auch gebaut werden kann.” Zwar könne man der befürchteten Fliegenplage grundsätzlich nicht entgegenwirken, da ja von überall her Dung auf die Felder der Gemeinde aufgetragen werden könne. Der Betreiber habe aber versprochen, dass der Hühnerkot aus der Gangelter Anlage in Rotterdam verbrannt werde. Das will man auch vertraglich festgehalten wissen.

Günter Dammers (CDU) wandte sich namens der Breberener gegen den Standort Nachbarheide. Zwar sei man grundsätzlich mit der Vorgehensweise bei der Entscheidungsfindung einverstanden. Mit Blick auf die bestehenden Probleme - die Windräder, die Sandkuhle, die Erdbeerfelder, die mutmaßlich Tag und Nacht bewässert werden und der Lärm der Wetterkanonen - sprach er sich auf Grund der schon bestehenden Belastungen der Bürger für den Standort Hanbusch in Birgden aus und bat seine Ratskollegen, in diesem Sinne abzustimmen.

Dem schloss sich Johannes Hermanns (CDU) für die Bürger von Langbroich und Harzelt an. „Soll denn dieser Standort zukünftig für alle unangenehmen Gewerbe herhalten?” Verwerflich sei es, wie die Grünen Stimmung machen, begann SPD-Sprecher Rainer Mansel seine Ausführungen. Denn die Gemeinde Gangelt betreibe mit ihrem Vorgehen aktiven Umweltschutz. Während sich seine Fraktion in Unkenntnis der Tatsache, dass der Kreis Eigentümer ist, für den Standort Hohenbusch aussprechen wollte, schwenkte man auf den CDU-Vorschlag Nachbarheide um, da man hier „die geringsten Eingriffe in die Belange der Bürger” erkannte.

UB-Fraktionschef Heinz Huben sah „alles in allem zu wenige Fakten auf dem Tisch” und noch lange nicht alle Punkte ausdiskutiert. Während er sich zum wiederholten Mal über viel zu kleine Pläne und unlesbare Legenden ärgerte, warf er Bürgermeister Tholen vor, die Birgdener bei der Bürgeranhörung getäuscht zu haben. „Sie haben von einem Hektar Fläche gesprochen, dabei werden es mindestens 2,4 Hektar”, so Heinz Huben.

Über die Größe des Areals könne man derzeit gar keine Auskunft geben, erwiderte der Bürgermeister, da erst jetzt die Änderung des Flächennutzungsplanes auf den Weg gebracht würden. Dabei werde dann über Dimensionen gesprochen. Er habe bereits in Birgden zugesagt, die Fläche „so klein wie möglich” zu halten.
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