Mehr Grün: Karl-Heinz Plum will Ausgleichsflächen

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
BdB-Präsident Karl-Heinz Plum
BdB-Präsident Karl-Heinz Plum aus Heinsberg will mehr Grün in die Städte bringen. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Mehr Grün in die Städte! - Auf diesen Nenner lassen sich die Bestrebungen bringen, die sich derzeit rund um das so genannte Ökokonto ranken.

„Das Ökokonto und die hier angelegten Gelder bieten als ökologisches Kompensationsinstrument für die Flächenbebauung die Möglichkeit, hochwertiges Grün in Städten zu etablieren und damit in die Verbesserung der Lebensqualität der Städter zu investieren”, resümiert Karl-Heinz Plum, Präsident des Bundes deutscher Baumschulen.

Der Heinsberger BdB-Chef spricht sich ausdrücklich dafür aus, Ausgleichsflächen für Baummaßnahmen zukünftig insbesondere in den Städten und Kommunen zu schaffen und nicht nur in unbebauten und dünn besiedelten Regionen. Denn hochwertige und viele Grünanlagen verbesserten das Stadtklima nachhaltig.

„Wir sehen den zunehmenden Verfall unserer innerstädtischen Grünanlagen mit großer Sorge, zeigt sich doch hier besonders deutlich die häufig schwierige finanzielle Situation der Kommunen. Daher bietet das Instrument der Ökokonten die große Chance, eine solide und zukunftsweisende Grün- und Umweltpolitik in den Kommunen zu leisten”, so Plum. Den gesetzlichen Rahmen gebe hierfür das Baugesetzbuch (BauGB) in seiner Novellierung vor.

„Die klassischen Ausgleichsflächen, die bei größeren Bauvorhaben meist am Rand der Kommunen eingerichtet wurden, sollen abgeschafft und die Flächen in die Städte verlegt werden”, sagt Plum. Oftmals seien die Ausgleichsflächen zudem nicht genügend gepflegt worden. Auch in Heinsberg könne er da entsprechende Stellen benennen, was er allerdings aus Rücksichtnahme unterlässt. Die Landwirte wollten überdies nicht weiter auf Fläche verzichten, glaubt der BdB-Präsident.

Insbesondere vor dem Hintergrund knapper werdender Flächen, bedingt durch den stetig steigenden Flächenverbrauch unter anderem durch die ökologische Wende und die damit steigenden Pachtpreise, gewinne der Themenkomplex Stadtgrün noch größere Bedeutung. So sei das Ökokonto, das durch den jeweiligen Bauherren gefüllt werden müsse, eine Möglichkeit, um vorsorgend Flächen und Maßnahmen zum Ausgleich zu bevorraten. Dabei könnten Gemeinden bereits vor der Planung von Baugebieten Ausgleichsmaßnahmen durchführen und später refinanzieren. „Da sind die Stadtplaner gefragt”, so Plum.

Wenn Ausgleichsflächen im Stadtkern selbst entstehen sollen, müssten allerdings einige Änderungen im Hinblick auf die Art der Bepflanzung vorgenommen werden, erläutert der Baum-Experte. So sei es beispielsweise mittlerweile unmöglich, Eichen innerstädtisch anzusiedeln, da die Gefahr durch den berüchtigten Eichenprozessionsspinner zu hoch sei.

Auch Platanen fallen demnach durch das Raster, da sie häufig von Pilzerkrankungen und vorzeitigem Blattfall betroffen seien. Standortgerechte Pflanzen müssten gegenüber den heimischen Gehölzen notfalls den Vorzug erhalten.

Jakob Gerards, Erster Beigeordneter der Stadt Heinsberg, räumt ein, dass auch in der Kreisstadt die alte Vorgehensweise praktiziert wird. „Bisher haben wir den ökologischen Ausgleich im Außenbereich vorgenommen, weil hier ausreichend Flächen vorhanden sind und diese von der Unteren Landschaftsbehörde akzeptiert wurden. Wir können uns aber grundsätzlich vorstellen, den Ausgleich auch im Innenbereich zu schaffen, wenn die Flächen geeignet sind.”

Letzteres müsse dann jedoch die Untere Landschaftsbehörde definieren. „Ich gehe davon aus, dass simple Pflanzbeete oder einzelne Baumgruppen keinen adäquaten ökologischen Wert für einen Ausgleich darstellen.” Und da liege dann der sprichwörtliche Hase im Pfeffer, denn: „In der Heinsberger Innenstadt kann ich kein Potenzial erkennen.” Dieses erkenne er jedoch im Hinblick auf einen finanziellen Mehraufwand, den natürlich eine stetige Pflege der Pflanzen in der Innenstadt mit sich brächte.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert