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Mehr als nur draufsitzen und Gas geben

Von: Simone Dolfus
Letzte Aktualisierung:
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Der 30-Jährige sitzt nach einem Rennen auf seinem Motocrossbike.

Heinsberg-Karken. Es sieht spielerisch leicht und draufgängerisch aus, wenn Motocross-Fahrer über bucklige Pisten jagen. Dass weit mehr dazu gehört, als sich auf einem Motorrad halten zu können, bemerkt der Laie nicht.

„Motorradfahren hat nicht nur mit Draufsetzen und Gasgeben zu tun”, sagt Frank Jansen-Teitz aus Heinsberg-Karken. Der junge Mann ist Motocross-Fahrer aus Leidenschaft. Schon mit dreieinhalb Jahren besaß er seine erste kleine Maschine, mit fünf fuhr er sein erstes Rennen. Seitdem beherrscht der Sport sein gesamtes Leben. Denn wenn der 30-Jährige etwas anpackt, macht er das mit vollem Einsatz.

Auch wenn es zum Profi nicht ganz gereicht hat, erreicht der Karkener doch immer wieder beachtliche Erfolge bei den Amateuren, errang diverse Titel als Deutscher und Europameister. Das liegt auch an der unbändigen Disziplin, mit der er seinem Sport nachgeht. „Ich mache jeden Abend Konditionstraining”, so Teitz. Laufen, Schwimmen, Radfahren - außerdem geht er regelmäßig ins Fitnesstudio. Dazu kommt das eigentliche Fahrtraining.

Ohne eine hervorragende Kondition ist das Parcoursfahren nämlich nicht zu bewältigen. „Eine Runde dauert circa zwei Minuten. In den zwei Minuten gibt es 20 Kurven. Das heißt 20 mal hinstellen und 20 mal wieder hinsetzen”, schildert Teitz den Kraftakt beim Rennen.

Denn natürlich werden mehrere Runden gefahren. Ein Rennlauf dauert zwischen 20 und 35 Minuten, meist gibt es davon mehrere pro Tag. Dazu kommt, dass sich die Bahn von Runde zu Runde verändert. „Es erfordert eine hohe Koordination und Kraft, vor allem Schnellkraft”, erklärt der Fahrer. Und nicht nur physisch muss er voll auf der Höhe sein, um im Rennen mithalten zu können. „Wenn man unkonzentriert ist, hat man keine Chance”, so Teitz. Zu wenig Schlaf oder gar exzessives Feiern vor einem Wettbewerb kommen für ihn nicht in Frage.

Jährlich nimmt er an diversen Rennserien teil: der stärksten Amateurserie des Deutschen Amateur Moto Cross Verbandes (DAMCV), an der Europäischen Amateurmeisterschaft und mehreren Gastrennen im In- und Ausland. Während der Saison ist Teitz ständig unterwegs. Mal ein freies Wochenende zum Entspannen ist nicht drin. „Die Freizeit ist bei mir gleich null”, gibt er unumwunden zu.

Denn neben seinem anstrengenden Hobby übt er ja auch noch einen Beruf aus. „Ich fahre jeden Morgen und jeden Abend 130 Kilometer”, so Teitz. Denn er arbeitet bei einer Firma für Tiefbau, Abbruch- und Erdarbeiten in Troisdorf. Glücklicherweise ist sein Arbeitgeber ebenfalls Motocross-Fan und betätigt sich sogar als Sponsor. Den haben Amateur-Fahrer wie Frank Jansen-Teitz auch bitter nötig. Denn das Hobby ist nicht nur anstrengend sondern auch sehr teuer. Ein Motocross-Bike kostet mehrere tausend Euro und die Fahrer benötigen in einer Saison gleich mehrere. Dazu kommen Ersatzteile, Reifen, technisches Equipment und vieles mehr. Und auch die ständigen Reisen zu den Wettkampforten wollen finanziert sein.

Gerade erst hat sich Frank Jansen-Teitz mit Unterstützung seines Sponsors ein neues Wohnmobil zugelegt. In dessen hinterem, individuell ausgebautem Teil werden zwei Motorräder, ein Fahrrad mit Rolle, Hochdruckreiniger, Kompressor, Werkzeug, Ersatzteile und Reserveräder verstaut, im vorderen Teil übernachten Teitz und seine Freundin Kerstin, die „hundertprozentig hinter mir steht”, und Mechaniker Arno Weiss.

Der Cross-Fahrer weiß, was er an seinem Team hat, zu dem auch sein Vater gehört. „Arno betreut mich zum Beispiel schon im 13. Jahr. Da herrscht blindes Vertrauen.” Der sportlich vielseitig interessierte Karkener ist trotz aller Strapazen nach wie vor begeistert von seinem Hobby. „Keine andere Sportart ist so facettenreich wie Motocross!”
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