Erkelenz-Keyenberg - Marias Krone im Beichtstuhl wiederentdeckt

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Marias Krone im Beichtstuhl wiederentdeckt

Von: bast
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Der Hochaltar selbst wurde nach Entwürfen des Wiener Dombaumeisters Friderich Freiherr von Schmidt mit einem Holzoberbau gestaltet. Foto: Strickstrock

Erkelenz-Keyenberg. Viele Kirchen in den Erkelenzer Landen haben eine lange Geschichte und bergen manche Kostbarkeit. Die älteste Kirche der Erkelenzer Region, „Heilig Kreuz” in Keyenberg, ist bereits seit dem Jahre 893 Eigenkirche und wurde mehrfach um- und angebaut.

Der heutige Bau stammt aus dem Jahre 1912. Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand wollten jetzt die angesammelten und meist gut verwahrten Schätze einmal öffentlich zeigen und stellten Monstranzen, Kelche und liturgische Gewänder zusammen, bereiteten alte Schriftstücke und Fotos auf und wiesen auf besondere Fenster und Figuren hin.

Einer der Keyenberger, die sich seit Jahren mit der Kirche und ihrer Geschichte beschäftigen, ist Hans-Josef Pisters. Er wusste bei einer Führung durch die Schätze im Kirchenraum nicht nur das jeweilige Alter zuzuordnen, er erzählte auch manche kleine Episode, die sich um bestimmte Gegenstände rankt.

So waren zwei Lanzen ausgestellt, die nach einer Ausleihe nicht zurückkamen. Erst nach Einschaltung der Polizei und einer Presseveröffentlichung meldete sich ein Bauer, der bekannte, die Gegenstände „einfach vergessen” zu haben. Ähnlich erging es einer lose auf dem Haupt einer Marienfigur angebrachten Krone. Sie wurde gestohlen, ein Pfarrer fand sie in der weiteren Nachbarschaft später nach einer entsprechenden Suchmeldung in einem Beichtstuhl wieder.

Dass die Keyenberger Sinn für Althergebrachtes haben, beweisen die heute im Chor stehenden Sitzgelegenheiten für die Messdiener. Früher waren es zwei Kommunionbänke aus kompaktem Holz mit wunderschönen Schnitzereien, die durch eine kleine Doppeltür verbunden waren, um den Durchgang zum Hochaltar zu ermöglichen.

Der Hochaltar selbst wurde nach Entwürfen des Wiener Dombaumeisters Friderich Freiherr von Schmidt mit einem Holzoberbau gestaltet. Auch der Weihestein, der leider ohne Jahresdatum ist, aber vermutlich auf den Kirchenbau im 11. Jahrhundert und den damaligen Kölner Erzbischof hinweist und vermerkt, dass Reliquien zu Ehren des Heiligen Kreuzes dahinter verborgen sind, wurde von der großen Besucherzahl besichtigt. Die Pieta aus dem 15. Jahrhundert und die gleichaltrige St. Anna Selbdritt zählen genau wie einige Kirchenfenster zu den erhaltenswerten Schätzen.

Viele Gläubige nahmen an der Andacht zu Beginn des Nachmittages teil und machten anschließend einen Rundgang durch die Ausstellung, ehe man sich zu angebotenem Kaffee und Kuchen im Pfarrheim stärkte.
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