„Man lernt viel mehr als in der Schule”

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Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss nach Klasse 9 und Klasse 10 mit der Lehrerin Anne Joerißen.

Kreis Heinsberg. Der Termin steht, die Themen sind bekannt. Nun heißt es jedoch für Markus Frehen lernen und nochmals lernen. Denn in der ersten Juli-Hälfte will er seinen Hauptschulabschluss nach Klasse 9 erlangen. Schafft er ihn, kann er eine Lehre als Schlosser beginnen.

Für den 17-Jährigen eine Aussicht, die für ihn vor einem Jahr noch undenkbar gewesen wäre.

Markus Frehen war ein Schulabgänger, der einen Platz in der Jugendwerkstatt des Caritasverbandes für die Region Heinsberg in Hückelhoven-Hilfarth erhielt. Dort bereitet ihn Lehrerin Anne Joerißen im Rahmen des Stützunterrichts auf den Abschluss vor. „Man lernt viel mehr als in der Schule”, stellte Markus Frehen anerkennend fest.

Die Werkstatt besteht bereits seit 1978 und ist laut Caritasverband die einzige Einrichtung im Kreis Heinsberg, die nach dem Landesjugendplan „Sozialpädagogische Hilfe für junge Menschen im Übergang von der Schule zum Beruf” gefördert wird. Als offene und freiwillige Maßnahme bietet sie 16 Teilnehmern bis zu einem Jahr lang die Möglichkeit, in Form von Theorie und Praxis allgemeine, berufs- und arbeitsweltbezogene Schlüsselkompetenzen zu erhalten. Die Jugendlichen können entweder in Metallwerkstatt oder Hauswirtschaft der Einrichtung mit jeweils acht Teilnehmern arbeiten. Hinzu kommt der Stützunterricht in Kleingruppen mit maximal vier Schülern, in dem Anne Joerißen fehlendes Basiswissen fächerübergreifend vermittelt.

Im Rahmen dieses Stützunterrichts bereitet sie seit dem letzten Jahr auf das Nachholen des externen Schulabschlusses vor, den damals eine Teilnehmerin bereits erfolgreich absolvierte. Dieses Jahr sind es insgesamt vier Schüler, von denen drei den Hauptschulabschluss nach Klasse 9 und einer nach Klasse 10 machen möchten. Die Prüfungen, die an der Hauptschule Erkelenz absolviert werden, werden in der ersten Juli-Hälfte sein.

Doch genau da liegt das Problem. Denn für Lehrerin Anne Joerißen steht viel Zusatzarbeit an, da sie mit ihrer Zwei-Drittel-Stelle nicht nur Stützunterricht für die restlichen zwölf Teilnehmer bietet, sondern auch die vier Schüler intensiv vorbereiten muss. Und zwar in allen relevanten Fächern, die für den Schulabschluss nötig sind.

„Wir suchen deshalb Ehrenamtliche, die bereit sind, einmal pro Woche bis Juli in den Fächern, Englisch, Biologie, Physik oder Technik Nachhilfe zu erteilen und den Stoff durchgehen”, so Simone Jansen, die Leiterin der Jugendwerkstatt. Eine Absprache der Zeiten sei individuell möglich. Zudem würden die Fahrkosten erstattet. „Wir müssen auf das Ehrenamt setzen”, so Jansen. Die jungen Leute würden aber gern im Gegenzug ihrerseits den Ehrenamtlichen durch kleine Dienste wie Rasenmähen helfen. Der Jugendwerkstatt stünden leider nicht mehr Gelder zur Verfügung. Ganz im Gegenteil, es gebe keine Planungssicherheit.

Die Stelle der Stützlehrerin werde über den Europäischen Sozialfond finanziert, der sich mit seiner Entscheidung zur weiteren Finanzierung bis Ende Juli Zeit lasse, erklärte Jansen.

Kontakt für Ehrenamtliche

Wer ehrenamtlich in den Fächern Englisch, Biologie, Physik oder Technik Nachhilfe erteilen will, kann sich unter der Rufnummer 02433/84187 an die Jugendwerkstatt des Caritasverbandes in Hilfarth an der Fichtenstraße 1 wenden. Ansprechpartnerin ist Leiterin Simone Jansen.
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