Lesermeinung: Gewerbeverein will Verkehr ins Rollen bringen

Von: Rainer Herwartz
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Die Vorschläge sehen graviere
Die Vorschläge sehen gravierende Aufhebungen bei den Einbahnstraßenregelungen vor. So soll die Fahrtrichtung von der oberen Hochstraße über die Apfelstraße in Richtung Liecker Straße ermöglicht werden (oben). Auch eine Öffnung der Erzbischof-Philipp-Straße in Richtung Hochstraße bis zur Fußgängerzone ist angedacht (Mitte). Die Fußgängerzone (Hochstraße) in Richtung Apfelstraße wäre danach ebenfalls für den Verkehr zu öffnen (unten).

Heinsberg. Mitgliederversammlungen, Runde Tische, Arbeitskreise - der Heinsberger Gewerbe- und Verkehrsverein legt eine Dynamik an den Tag, wie sie in den letzten Jahren vermisst wurde. Und es sind nicht nur die „üblichen Verdächtigen”, die das Heft in die Hand nehmen.

Die Bereitschaft, sich zu beteiligen, Ideen einzubringen und mit bei der Umsetzung anzupacken, hat deutlich zugenommen. Zweifellos nicht zuletzt ein Verdienst des neuen Vereinsvorsitzenden Peter Gering. Beim ersten Runden Tisch, der die Attraktivierung der Innenstadt-Randlage zum Thema hatte, kristallisierte sich auch schnell ein großes Interesse der Anwesenden an der Verkehrsführung in der Innenstadt heraus. Kurzfristig wurde daraufhin ein Arbeitskreis gebildet, der sich intensiv damit befasste. Das Ergebnis, eine Vielzahl von Vorschlägen, liegt nun vor. Und nicht nur das, die Stadtverwaltung ist bereits über die Ideenfülle der Händlerschaft informiert.

Obwohl in baulicher Hinsicht auf Jahre hinaus im Bereich Fußgängerzone und Apfelstraße nichts geändert werden dürfe, weil ansonsten die bei der Innenstadt-Sanierung vom Land gezahlten Fördergelder wieder zurückgezahlt werden müssten, wie der G & V durch die Verwaltung erfuhr, schmälerte dies kaum die Kreativität. Peter Gering fasst auf Nachfrage unserer Zeitung in Sachen Verkehrsführung und Parksituation die wichtigsten Aspekte zusammen. „Der Verkehr soll fließender werden”, meint er.

Ein Rundlauf solle gefördert werden. „Die Randgebiete, wie die Apfelstraße und die obere Hochstraße sollen belebt werden. Nach der Hochstraße hat die Apfelstraße zunächst eine höhere Priorität als die obere Hochstraße.” Und wie soll die erreicht werden? Auch dafür hat der G & V eine Lösung parat. „Die Fahrtrichtung soll von der oberen Hochstraße über die Apfelstraße in Richtung Liecker Straße verlaufen.” Zudem könne eine Öffnung der Erzbischof-Philipp-Straße in Richtung Hochstraße bis zur Fußgängerzone vorgenommen werden - ebenso wie eine Öffnung der Fußgängerzone, sprich Hochstraße in Richtung Apfelstraße.

Das seit vielen Jahren immer wieder aufkeimende Thema Parksituation in der Innenstadt darf bei dem Gesamtkonzept natürlich nicht fehlen. So wundert es nicht, dass sich der Arbeitskreis auch hier so seine Gedanken gemacht hat. Es soll zusätzlicher Parkraum geschaffen werden unter Beibehaltung aller jetzigen freien Parkplätze. Die Idee: Die Parkplätze an Ostpromenade, Westpromenade und der AOK sollen aufgestockt werden und der Parkplatz hinter dem alten Amtsgericht müsse mit einer Parkplatzbewirtschaftung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Alternativ könne dies auch mit brachliegenden Grundstücken in der Nähe der oberen Hochstraße geschehen, um diese zu beleben. An der Gaswerkstraße sollten auch weiterhin kostenlose Parkplätze für Mitarbeiter der Geschäfte oder des Krankenhauses zur Verfügung stehen. Neben einem Park & Ride-Parkplatz am Bahnhof fassen die Mitglieder des Arbeitskreises sogar den Rathausvorplatz für Kurzzeitparker ins Auge.

Doch damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. „Wir haben auch noch einmal die Einführung einer sogenannten Brötchen-Taste angeregt, ein jahrelanger Wunsch.” Dadurch soll es Kunden möglich sein, für bis zu sechs Minuten ihr Fahrzeug kostenfrei abzustellen. Auch eine Schrankenlösung an den Großraumparkplätzen, bei der erst nach dem Parken gezahlt wird, rückt für die Geschäftsleute wieder in den Fokus.

Die Parkgebühren dürften zudem nicht ansteigen, wenn man bedenke, dass in den Nachbarstädten vielfach sogar kostenloses Parken möglich sei. Selbst die psychische Grundhaltung der Politessen ist für den
G & V kein Tabu-Thema. Mehr „Zurückhaltung und Fingerspitzengefühl bei der Knöllchenverteilung” wird da angemahnt. „Jedes übereifrig verteilte Knöllchen wird als Negativerlebnis mit Heinsberg verknüpft und verärgert Besucher, Patienten und Kunden auf Dauer”, meint Gering.

Bürgermeister Wolfgang Dieder bestätigt auf Anfrage, dass ihm „ein Blatt, auf dem Stichworte stehen”, vorgelegt worden sei. „Ich habe daraufhin mit Mitgliedern des Arbeitskreises vereinbart, dass im November eine Erörterung mit dem Arbeitskreis stattfinden wird. Dies dient als Grundlage für die Fortführung des Runden Tisches, der Anfang des Jahres erneut tagen soll. Selbstverständlich bleibt dann die Beurteilung des Ergebnisses des Runden Tisches einem neutralen Verkehrsplaner vorbehalten. Erst auf dieser Grundlage wird eine Entscheidung herbeigeführt.”
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