Landtagsabgeordnete hakt bei NRW-Justizministerin nach

Von: Rainer Herwartz
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Hinter dieser Stahltür ist für die Handys von Besuchern der Strafgefangenen in Heinsberg Endstation. Doch auch stationäre Kartentelefone für die jugendlichen Häftlinge soll es nach dem Willen der Anstaltsleitung nicht geben. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Entweder ist es ein schlichtes Missverständnis oder ein Zückerchen aus dem Fundus seltsamer Blüten, die der Wahlkampf treibt. Da kämpft die SPD-Landtagsabgeordnete Ulla Meurer offenbar mit Verve bei der nordrhein-westfälischen Justizministerin Müller-Piepenkötter darum, endlich die den Insassen wohl in Aussicht gestellten Kartentelefone in die sechs Gefangenenhäuser der JVA Heinsberg zu hängen.

Doch - wie sich bei Nachfrage unserer Zeitung ergibt - sind diese von der Anstaltsleitung gar nicht gewollt. Im Gegenteil! „Drei Jahre ist es nun schon her, dass die nordrhein-westfälische Justizministerin Müller-Piepenkötter der JVA Heinsberg einen Besuch abstattete”, lässt Meurer in einer Pressemitteilung wissen.

„Die Gruppensprecher der Gefangenen baten die Ministerin damals um die Anbringung eines Kartentelefons in jedem der sechs Gefangenenhäuser, um so besseren Kontakt zu ihren Familien halten zu können. Müller-Piepenkötter versprach, eine Lösung zu suchen. Doch diese ist die Ministerin der JVA Heinsberg immer noch schuldig. (...)Die Insassen der JVA Heinsberg warten immer noch vergebens auf das Telefonkontensystem.”

Und wenn es nach dem Willen von JVA-Chefin Ingrid Lambertz geht, werden sie das wohl bis zu ihrer Entlassung tun müssen. Denn die erfahrene Anstaltsleiterin und ihr Team lehnen die Kartentelefone aus pädagogischen Gründen im Jugendstrafvollzug grundweg ab. Leider hatte sich Meurer vor ihrem kleinen Feldzug bei der Justizministerin über die Position der JVA-Leitung wohl nicht informiert. Mit ihr, so Lambertz, habe sie jedenfalls nicht gesprochen.

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