Landrat eröffnet erste Kreiskulturkonferenz

Von: disch
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Im Heinsberger Kreishaus: Zur ersten Kreiskulturkonferenz, die im großen Sitzungssaal tagte, kamen rund 60 Teilnehmer aus den Städten und Gemeinden des Kreises. Foto: defi
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Sie stellte die Kulturkonferenz im Kreis Steinfurt vor: Kristina Dröge, Kulturmanagerin des 434.000 Einwohner zählenden Kreises im ­Norden von Nordrhein-Westfalen. Foto: defi

Kreis Heinsberg. „Entgegen landläufiger Vorurteile über Kultur auf dem flachen Land kann man die Kulturlandschaft des Kreises Heinsberg als reich und vielfältig bezeichnen“, sagte Landrat Stephan Pusch zur Eröffnung der ­ersten Kreiskulturkonferenz mit rund 60 Teilnehmern im Heinsberger Kreishaus.

Sein Wunsch sei es, „dass wir in Sachen kultureller Vielfalt und kultureller Veranstaltungen kreisweit noch mehr an einem Strang ziehen“. Pusch spiegelte in seiner Rede das breite kulturelle Spektrum im Kreis wider, beginnend mit der Musik. Von den Musikvereinen, Korps und Chöre spannte er den Bogen über zahlreiche Bands und Gruppierungen sowie die Musikprogramme der Anton-Heinen-Volkshochschule sowie der Städte und Gemeinden bis zu den Musikschulen.

„Herausragend für den Kreis Heinsberg ist das Internationale Gitarrenfestival in Heinsberg, das mit internationalem Renommee für sich werben kann“, sagte Pusch. Bei der Malerei und der Bildhauerei sei es ähnlich. Kunstvereine und Galerien würden für ein großartiges Ausstellungsangebot sorgen. Es habe im Kreis Heinsberg Ausstellungen mit Werken von Picasso bis Uecker gegeben. Und dann wäre da auch noch die inzwischen sehr gut angenommene und etablierte Kunsttour, in deren Rahmen die Künstler des Kreises ihre Ateliers dem breiten Publikum öffnen würden.

Auch das Lesen und Schreiben sei kein kulturelles Stiefkind im Kreis, stellte der Landrat fest. „Kommunale Büchereien haben nach wie vor ihre Existenzberechtigung.“ Buchhändler würden mit teilweise sehr guten und besuchenswerten Veranstaltungen ein eigenes lesefreudiges Publikum schaffen. Und Pusch erinnerte an das Krimi-Projekt „Blutroter Selfkant“ der VHS, das ebenfalls seinesgleichen suche.

Sehenswert seien auch die vielen musealen Einrichtungen im Kreis Heinsberg, „die wir in ihrer Vielfalt gerne unterstützen“, wie Pusch betonte. Dass nun in veränderter Trägerschaft das frühere Kreismuseum zum modern konzipierten Begas-Haus werde, sei ein Glücksfall: „Wir haben damit einen neuen Leuchtturm in der Museumslandschaft geschaffen.“

Pusch skizzierte aber auch weitere Aspekte wie die Kabarettszene mit Gastspielen von Stars und eigenen Akteuren wie „Hastenraths Will“, ambitionierte Fotoclubs und einzeln in Erscheinung tretende Fotokünstler, Dreharbeiten zu Filmen wie „Knockin‘ on Heaven‘s Door“ mit Til Schweiger und Jan Josef Liefers unter der Regie des damaligen Hilfarthers Thomas Jahn oder Inszenierungen wie die vom Kellertheater der VHS oder vom Langbröker Selfkanttheater. Auch Mundart sei Kultur.

Auch die ausländischen Mitbürger, „die in vielfältiger Weise Kultur und Tradition ihrer ursprünglichen Heimat mit in den Kreis Heinsberg gebracht haben“, vergaß Pusch bei seinem Rundumblick über die kulturelle Szene nicht. Unter Kultur würden aber auch Begriffe wie Geschichte, Tradition, Bräuche, Denkmalschutz und vieles mehr fallen. Die kulturelle Vielfalt spiegele sich auch in der Veranstaltungsübersicht des Heinsberger Tourist-Service wider. Der Landrat sagte weiter: „Die Kreiskulturkonferenz sehe ich als Mittel dazu an, die Informationen über alle kulturellen Veranstaltungen noch umfassender zu bündeln und den Informationsfluss über die Stadt- und Gemeindegrenzen hinaus zu kanalisieren.“

Austausch und Vernetzung

Unter dem Fragestellung, wie die kulturellen Aktivitäten erleichtert, verbreitert und unterstützt werden könnten, sei – auf Antrag der CDU-Kreistagsfraktion – in den Gremien des Kreises die Einrichtung einer solchen Kreiskulturkonferenz beschlossen worden, erinnerte Kulturausschuss-Vorsitzender Erwin Dahlmanns an die Vorgeschichte der ersten KKK. Er stellte aber klar, dass über die Förderung von Kulturtreibenden und Vereinen weiter die Kommunen vor Ort entscheiden sollten, denn wenn der Kreis diese Aufgabe übernehmen würde, müssten die Städte und Gemeinden dies ohnehin über die Kreisumlage finanzieren.

Die Kreis­kulturkonferenz als informelles Gremium solle von den im Bereich der Kultur tägigen Akteuren zum Erfahrungsaustausch genutzt werden und der Vernetzung dienen. In diesem Netzwerk könnten gegenseitig Ideen ausgetauscht, gemeinsam neue Ideen entwickelt, mögliche Synergieeffekte gehoben und vielleicht auch dank Hinweisen Fördermöglichkeiten erschlossen werden. Von der Gelegenheit zum Austausch machten Teilnehmer im Foyer vor dem großen Sitzungssaal sowohl zu Beginn als auch zum Abschluss der Veranstaltung rege Gebrauch. Die nächste Kreiskulturkonferenz soll im Laufe des kommenden Jahres tagen.

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