Radarfallen Blitzen Freisteller

Kunststroom Roerdalen: Reiz von Kunst am historischen Ort

Von: defi
Letzte Aktualisierung:
Der Kunststroom der Gemeinde R
Der Kunststroom der Gemeinde Roerdalen ist international, doch nur in der Martinuskirche in Steinkirchen trafen drei Künstlerinnen aus drei Nationen aufeinander (v.l.): Andrea Silkens-Bergmans (NL), Antje Warnstorff (D) und Andrea Radermacher-Mennincken (B). Foto: defi

Wassenberg-Steinkirchen. Die Martinus Kirche in Steinkirchen mausert sich mehr und mehr zu einem Ort der Begegnung bei Musik und Kunst - und das sogar grenzüberschreitend wie nun beim Kunststroom Roerdalen 2011. Sein fünfjähriges Bestehen feierte der Kunststroom der Gemeinde Roerdalen in diesem Jahr. Alljährlich zum Monumentendag, das Pendant zum deutschen Denkmaltag, wird Kunst in historischen Gebäuden präsentiert.

Zwei Premieren gab es zum Jubiläum: erstmals nahm eine belgische Künstlerin teil, und, ebenfalls zum ersten Mal, hatte das Organisationskomitee auch einen deutschen Standort für den Kunststroom ausgewählt: die St.-Martinus-Kirche in Steinkirchen.

Belegte Brötchen für die teilnehmenden Künstler gab es vom Ehepaar Küppers, das sich seit Jahren um den Erhalt und eine sinnvolle Nutzung des Kirchenbaus bemüht, da die St.-Martinus-Kirche nach der Zusammenlegung von Pfarrgemeinden nur noch selten für ihre ursprüngliche Bestimmung genutzt wird.

Andrea Silkens-Bergmans ist eine Künstlerin aus Roermond und malt Ikonen. Zusammen mit der belgischen Künstlerin Andrea Radermacher-Mennicken aus Raeren und der Aachenerin Antje Warnstorff sorgte sie für Internationalität in Steinkirchen. Andrea Silkens-Bergmans: „Ich dachte wir sitzen hier etwas abseits der Kunststroom-Route, aber es finden doch sehr viele Besucher den Weg hierher.” Henk Verbeek war ebenfalls mit von der Partie in der Martinus-Kirche. Er erklärte: „Wenn man Augen und Ohren offen hält, bekommt man auch mit, was jenseits der Grenze geschieht.” Henk Verbeek ist Mitglied des Organisationsteams des Kunststrooms und hat ein Plakat entworfen, das die Region „Rurgebiet” mit seinen Grenzen und kulturell bedeutsamen Orten darstellt.

Für die Besucher des Kunststrooms ist es besonders reizvoll, Kunst an historischer Stätte zu erleben. Die Künstler kommen aus dem Umfeld, das die Rur vom Ursprung bis zur Mündung umgibt. „Zyklus schöner Schein” hat Henk Verbeek seinen Beitrag zum Kunststroom 2011 in der Martinuskirche betitelt. „Augen und Ohren offen” hat er sich mit den Ortschaften befasst, die dem Braunkohletagebau zum Opfer fallen. Entstanden sind Fotografien von „allen”, ein ehrgeiziges Projekt, Eingangstüren in den abgebaggerten Dörfern.

Heinz-Martin Kuß zeigte zum Kunststroom in der Martinus-Kirche sechs Fotografien aus seiner Serie „Federleicht” - Langzeitbelichtungen, die den „Augenblick” zwischen den Blicken des menschlichen Auges wiedergeben, mal sehr lange belichtet, so dass der eigentliche Gegenstand sich in Formen und Farben auflöst, mal kürzer belichtet und somit näher am eigentlich Abgebildeten, aber immer die Assoziationen des Betrachters herausfordernd.

Insgesamt stellten 37 Künstler aus neun historischen Orten ihre Werke aus. Jenseits der Grenze waren Beate Bündgen und Dietmar Heinzel aus Erkelenz sowie Pit Siebigs aus Aachen in der Zehntscheune des Kasteels De Frymerson in St. Odilienberg zu Gast. Pit Siebigs zeigte großformatige Farbfotografien, die im Industriepark Oberbruch entstanden sind. Neben einigen aus seiner großen Ausstellung im IPO bekannten Arbeiten zeigt er auch einige neue, die in den vor dem Abbruch stehenden ehemaligen Glanzstoffgebäuden aufgenommen wurden. Dietmar Heinzel hatte einige seiner „Montagen” mitgebracht, bemalte Fundstücke, oft Holzfragmente, die er in einen neuen Zusammenhang stellt.

Beate Bündgen war mit Holzschnitten und -drucken zu ihrem Thema „Frau” vertreten, diesmal mit afrikanischen Einflüssen. Beate Bündgen, die zum ersten Mal am Kunststroom teilnahm, war begeistert und sagte: „Wir sind hier auf ein sehr interessiertes Publikum gestoßen.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert