Kunstprojekt: Einladung nach Berlin freudig angenommen

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Neben einem intensiven Austaus
Neben einem intensiven Austausch zum Thema Kunst durfte beim Kennenlernen von Martin Tymczuk (l.) und Galerist Helmut Schuster (r.) auch eine Partie Kicker nicht fehlen. Foto: Gangelter Einrichtungen Maria Hilf

Kreis Heinsberg. Bereits bei der Vernissage zur Ausstellung „Anders - und doch gleich”, bei der Skulpturen von Menschen mit und ohne Behinderung gezeigt werden, hatten Martin Tymczuk und Martin Debois Ende Juni bei der Raiffeisenbank Heinsberg im Mittelpunkt gestanden.

Die beiden Klienten der Gangelter Einrichtungen Maria Hilf begeisterten die rund 70 Gäste.

Zwei Wochen nach der Vernissage war Helmut Schuster, der Inhaber der internationalen Galerie Schuster in Berlin, zu Gast bei den Gangelter Einrichtungen Maria Hilf. In erster Linie diente sein Besuch der Auswahl geeigneter Skulpturen für die zentrale Ausstellung des Projekts b.kunst ab 9. September in Berlin. Dazu schaute er sich die Ausstellung in der Bank in Heinsberg an.

Von den außergewöhnlichen Werken war der Galerist begeistert. Zwei gefielen ihm ganz besonders gut: die Skulpturen „Halb Mann - halb Frau” und „Unterwegs” vom Künstlerduo Martin & Martin. Die Einladung, im September zusammen mit den Kunstwerken nach Berlin zu kommen, nahm Martin Tymczuk freudig an. Da Martin Debois verhindert ist, wird sein Namensvetter stellvertretend für das Duo nach Berlin reisen.

Aber nicht nur Martin Tymczuk war begeistert, sondern auch der Galerist Schuster: zum einen von den Skulpturen, zum anderen aber auch von Martin Tymczuk und seinem künstlerischen Potenzial und darüber hinaus auch von den Möglichkeiten, welche die Künstler in den Gangelter Einrichtungen Maria Hilf haben. „Ich habe bereits die Hälfte der am Projekt b.kunst teilnehmenden Einrichtungen besucht. Und die Rahmenbedingungen, die ich hier, in den Gangelter Einrichtungen Maria Hilf, vorfinde, gefallen mir ganz besonders gut”, lobte der Galerist. „Künstler wie die beiden Martins haben hier beste Voraussetzungen und Möglichkeiten, ihrem künstlerischen Talent freien Lauf zu lassen. Die Offenheit gegenüber und das Interesse an Kunst von Seiten der Einrichtung und die Unterstützung von Künstlern wie Martin sind vorbildlich.”

Ausstellung bis zum 5. August

Die Ausstellung „Anders - und doch gleich” der Gangelter Einrichtungen Maria Hilf, die noch bis zum 5. August im Beratungs- und Dienstleitungszentrum der Raiffeisenbank in Heinsberg zu sehen ist, wirbt für die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. Die ausgestellten Skulpturen sind das Ergebnis des Projektes b.kunst, eines bundesweiten Projektes des Deutschen Caritas-Verbandes, welches das breit diskutierte Thema Inklusion voranbringen soll. Die Gangelter Einrichtungen Maria Hilf waren als eine von elf Einrichtungen - und als einzige im Rheinland - ausgewählt worden, an dem Projekt teilzunehmen.

30 Bewohner und Klienten mit Behinderung hatten sich in zwei Projektwochen zusammen mit zwei Künstlerinnen sowie 19 Schülerinnen und einem Schüler der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule Geilenkirchen ans Werk gemacht und 18 Werke geschaffen.

Die zentrale Frage hinter der Ausstellung formuliert Dieter Erfurth, Geschäftsführer der Maria Hilf NRW gGmbH, so: „Sind wir bei aller Verschiedenheit nicht doch alle gleich - egal, ob wir jung sind oder alt, ob wir aus Europa oder von einem anderen Kontinent stammen, ob wir gesund oder krank sind oder ob wir mit oder ohne Behinderung leben?”

Aufgrund des großen Interesses ist die Ausstellung sogar um zweieinhalb Wochen verlängert. „Das hat es so bei uns noch nicht gegeben”, schwärmte Hans-Hubert Hermanns, Vorstandssprecher der Raiffeisenbank. „Wir haben bei Ausstellungen zwar immer viele Kunstinteressierte in unseren Räumen, aber die Ausstellung ,Anders - und doch gleich sprengt die bisherigen Dimensionen.”

Wer sind die beiden Künstler Martin & Martin?

Martin Tymczuk ist 27 Jahre alt, wohnt seit zehn Jahren in Hückelhoven im Haus Schnorrenberg der Gangelter Einrichtungen Maria Hilf und arbeitet auch schon seit zehn Jahren in der Werkstatt der Lebenshilfe. Dort arbeitet er im Kiosk und in einer Gruppe, in der Scharniere für Türen und Fenster hergestellt werden. Außerdem arbeitet er ehrenamtlich im Café Lebensart in ­Hückelhoven als Service-Kraft.

Martin Debois ist in Hückelhoven groß geworden und ist jetzt 50 Jahre alt. Er wohnt mit meinen Tieren zusammen, das sind eine Katze, ein Kater, fünf große Hühner, zwei Zwerghühner und ein junges Huhn. ER hat gerade eine neue Arbeit gefunden und ihm gefällt es bei der Firma - wie er berichtet - gut. Vorher war er arbeitssuchend und hat für den Übergang im Café Lebensart gearbeitet.

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