Kreis Heinsberg - Künstler mit Handicap zeigen aufregende Arbeiten

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Künstler mit Handicap zeigen aufregende Arbeiten

Von: Anna Petra Thomas
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„Zeigt her eure Schuh“ lautet das Motto einer Kunstaktion behinderter Menschen. Auch fünf Objekte aus der Region Heinsberg, die zusammen mit Behindertenseelsorger Diakon Peter Derichs (r.) entstanden sind, werden vom 20. bis 27. Juni in Aachen zu sehen sein. Foto: anna

Kreis Heinsberg. Auch in der Region Heinsberg haben sich sieben behinderte Menschen an der bistumsweiten Kunstaktion „Zeigt her eure Schuh“ beteiligt.

Nach der ersten erfolgreichen Aktion mit Stühlen im Jahr 2009 stünden die neuen Aktivitäten im Zusammenhang mit der Heiligtumsfahrt in Aachen, erklärte Behindertenseelsorger Diakon Peter Derichs bei der Präsentation der Arbeiten aus der Region in der Einrichtung der Lebenshilfe Heinsberg für Betreutes Wohnen Am Bongert in Erkelenz.

Dieses Mal Objekte mit Schuhen zu gestalten, habe nahe gelegen, da die diesjährige Heiligtumsfahrt in Aachen mit Pilgern zu tun habe. „Und ein Schuh steht auch für den eigenen Weg in die Selbstständigkeit“, sagte er.

Entstanden sind die Kunstobjekte im Rahmen eines Gesprächskreises, in dem sich die behinderten Menschen zusammen mit dem Behindertenseelsorger und ihren Betreuern regelmäßig den Sinnfragen des Lebens widmen.

Rollstuhlfahrer Stefan Burg, der in Heinsberg lebt, hat für sein Kunstobjekt nicht nur einen seiner Schuhe gewählt, sondern auch eine Orthese für sein linkes Bein. „Man hat mal versucht, mir das Laufen beizubringen, aber das hat nicht so ganz funktioniert“, erzählt er.

Kurt Überschar und Maria Höpfner, die Am Bongert in Erkelenz wohnen, haben ihre „Kennenlern-Schuhe“, er seinen rechten, sie ihren linken, zu einem neuen Paar zusammengefügt. Der Schornsteinfeger, die Tauben, die kleinen goldenen Ringe und das Brautpaar stehen für die Liebe, die sie verbindet.

Seine Liebe zum Fußball stellt Bernd Kauertz, ebenfalls aus Erkelenz, in seinem Kunstobjekt dar. Zwanzig Jahre seien die Sportschuhe schon alt, erzählt er. Für Borussia Mönchengladbach habe er sogar eine Dauerkarte, und seit fünf Jahren gehöre er zum Fanclub Nordkurve.

Eigenwillige Kunst

Sehr eigenwillig präsentiert sich das Objekt von Gerhard Koch aus Erkelenz: eine Schuhsohle voller Nägel, auf die er liebevoll eine Puppe gebettet hat. „Ich habe selbst schon einmal auf solch einem Nagelbrett gelegen“, erzählt er. „Das war sehr angenehm.“ Sauer ist er allerdings auf seine Katze. Die hat der Puppe nämlich leider die Haare ausgerupft.

Lothar und Anke Kitzmann schließlich, die seit acht Jahren verheiratet sind und in Schwanenberg leben, haben unter dem Motto „Wir gehen unseren Weg“ ein paar Schuhe mit dem Rad eines Rollstuhls kombiniert. „Das sind meine Schuhe und sein Rad“, erzählt Anke Kitzmann. „Wir gehen immer hintereinander unseren Weg.“

Zusammen mit anderen Objekten, die im Bistum Aachen entstanden sind, werden die fünf Kunstwerke aus der Region Heinsberg vom 20. bis 27. Juni täglich von 9 bis 18 Uhr in der Kirche St. Jakob in Aachen zu sehen sein.

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