Heinsberg - Kritik am Krankenhausessen: Heinsberger ziehen sich den Schuh nicht an

Kritik am Krankenhausessen: Heinsberger ziehen sich den Schuh nicht an

Von: Rainer Herwartz
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Köche
Die Heinsberger Köche ziehen sich den Schuh nicht an.

Heinsberg. Für mächtig Wirbel sorgte in dieser Woche die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) mit ihrer Feststellung, dass das in Krankenhäusern angebotene Mittagessen nur von etwa der Hälfte der Patienten aufgegessen werde. Qualitätsmängel seien schuld.

Die Folge sei sogar eine Mangelernährung der Patienten mit einer verzögerten Genesung. Das Städtische Krankenhaus in Heinsberg würde einen solchen Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen, lässt Geschäftsführer Heinz-Gerd Schröders wissen.

Schließlich sei die Klinik nicht von ungefähr als erstes Akutkrankenhaus und als erste Einrichtung überhaupt schon im Jahr 2007 gleichzeitig in zwei Kategorien, und zwar in der Gemeinschaftsverpflegung und in der Speisegaststätte, mit dem so genannten Smiley durch das Verbraucherschutzministerium NRW zertifiziert worden.

„Es ist eine Pauschalkritik, ein Schuh, den ich mir für unser Haus nicht anziehen kann”, erklärt Schröders. Die Qualität des Essens am Rücklauf zu messen, halte er ohnehin für nicht sachgerecht. „Gerade der Akutpatient leidet häufig unter Appetitlosigkeit oder muss operationsbedingt auf Teile der Nahrung verzichten.”

Rund 200 Patientenessen verlassen täglich morgens, mittags und abends die Küche des Heinsberger Krankenhauses. „Dazu liefern wir noch 100 Portionen an den Fahrbaren Mittagstisch. Dies sind wechselnde Kunden, die sich ja auch einen anderen Lieferanten für ihr Essen aussuchen könnten”, wertet der Geschäftsführer die Kontinuität als Zeichen für die Qualität des Essens. „Außerdem beliefern wir derzeit zwei Seniorenheime und die LVR-Tagesklinik mit insgesamt 70 Essen.”

Doch das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, denn zusätzlich werden bis zu 200 Essen für das Personal und die Besucher in der Cafeteria produziert. Jeder könne sich dort von den Produkten überzeugen, denn das dort angebotene Essen unterscheide sich nur durch ein weiteres Aktionsmenü und die angebotenen Pommes frites von dem, was die Patienten auf ihren Zimmer erhielten.

Auf den Krankenzimmern würden vier verschiedene Menüs angeboten, die sich die Patienten allerdings in ihrer Zusammensetzung selbst auswählen könnten, erläutert Schröders. Damit die Wahl am Ende nicht noch zur Qual wird, beschäftigt das Krankenhaus drei so genannte Menü-Hostessen. Deren Aufgabe sei es, die Patienten nach ihren Wünschen zu befragen und zu beraten. Für den Laien ist der Dschungel aus Vollkost, Diätkost und Schonkost wahrlich nicht immer leicht zu durchschauen. „Für spezielle Fragen steht zudem eine Diät- und Ernährungsberaterin zur Verfügung, die bei Ernährungsproblemen den Patienten gezielt vermittelt wird”, beschreibt Schröders das ausgeklügelte System.

„Wir glauben, dass wir den Patienten schon eine sehr ausgewogene Ernährung bieten können”, verweist er nicht nur auf die Salate, die täglich aus frischer Ware zubereitet würden. Der durch die DGE bemängelte Rücklauf der Mittagessen in den Kliniken sei in seinem Haus „völlig unauffällig”. In diesem Zusammenhang unterstreicht er, dass sich die Heinsberger jährlich einer Patientenbefragung des Klinikführers Rheinland unterziehen. „Wir vergleichen uns da mit 222 anderen Kliniken und erzielen über dem Durchschnitt liegende Ergebnisse.”

Auf einer Skala, die sich von „das Beste” über „sehr gut”, „gut”, „akzeptabel” bis „schlecht” erstrecke, liege die Krankenhausküche aus Heinsberg stets zwischen gut und sehr gut. Die Cafeteria werde sogar mit „das Beste” bewertet.Sollte sich ein Patient dennoch einmal über das Essen beklagen, „ist es bei uns üblich, dass der Küchenchef persönlich das Gespräch mit ihm sucht”.
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