Kreuzigungsgruppe auf dem Schwanderberg erneut restauriert

Von: anna
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Im Rahmen einer Andacht weihte
Im Rahmen einer Andacht weihte Propst Thomas Wieners die Kreuzigungsgruppe auf dem Myhler Schwanderberg. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg-Myhl. „Schaue und mache es nach dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt ward!” Der Bibelspruch (Mose 25,40) auf der Kreuzigungsgruppe, die oben auf dem Myhler Schwanderberg steht, ist nach ihrer Restaurierung wieder ganz deutlich lesbar.

Jetzt versammelten sich die Myhler dort zusammen mit dem Musikverein und Propst Thomas Wieners, der das über fünf Meter hohe steinerne Monument mit den Figuren von Jesus, Maria und Johannes erneut weihte. Eigentlich hätten die Sanierungsarbeiten bereits im September vergangenen Jahres beendet sein sollen, aber damals hatten während der laufenden Arbeiten Vandalen die Anlage mit schwarzer Sprühfarbe verunstaltet.

„Das ist schon starker Tobak”, erklärte Wieners zu Beginn der kleinen Feier und richtete dabei seinen Blick auf den Korpus am Kreuz. „Wir haben uns daran gewöhnt, aber tatsächlich sieht man ja hier jemanden, der gewaltsam zu Tode gekommen ist. Das ist provozierend, und das darf auch provozierend sein.”

Jesus habe die Folgen der Sünde auf sich genommen, alles Negative in sich hineingenommen. „Und wenn ein Negativzeichen durchgestrichen wird, dann wird daraus ein Positivzeichen”, sagte er. Manchmal falle es schwer durchzuhalten, auch ihm als Priester. „Aber um Jesu Willen gilt es durchzuhalten”, erklärte er, „und für den, der glaubt, wird das Kreuz so zu einem Zeichen der Hoffnung.”

Vom Schwanderberg aus zogen die Gläubigen in einer Prozession zur Pfarrkirche St. Johannes der Täufer, wo sie gemeinsam mit dem Propst und Pater Gerald Tanye die heilige Messe feierten. In seiner Predigt griff Wieners die Thematik des Kreuzes noch einmal auf, in Verbindung mit der Fastenzeit.

Nach der heiligen Messe lud der Förderverein Kirche und Kindergarten Myhl ins Jugendheim ein. Hier ordnete der Wassenberger Historiker Hanns Heidemanns die Kreuzigungsgruppe, die aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammt und von dem Myhler Bürger Heinrich Lomens gestiftet wurde, kulturhistorisch ein. Hans-Georg Fabry, Stuckateur und Restaurator aus Porselen, erläuterte seine Restaurierungsarbeiten.

Dabei hatte er die Oberflächen des Udelfinger Sandsteins zunächst von sogenannten Schwarzalgen befreit, diese dann neu profiliert oder auch ganz neu modelliert. Letzter Schritt der Arbeiten war ein lasierender Anstrich des Kunstwerks mit einer Mineralfarbe, die zwar mit dem Stein fest verbunden ist, durch im Stein noch enthaltende Feuchtigkeit aber weiterhin ungehindert nach außen dringen kann.

Wasseransammlungen zwischen Anstrich und Sandstein, die zu neuen Absprengungen und Rissen führen könnten, werden so vermieden.
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