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Kreisjugendamt fehlen 199 Kindergartenplätze

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Mit Blick auf die Anmeldezahlen für das kommende Kindergartenjahr fehlen im Bereich des Kreisjugendamtes aktuell noch 199 Plätze. Diese Zahl wurde am Donnerstagnachmittag im Jugendhilfeausschuss bekannt.

Das Gremium tagte unter Vorsitz von Willi Paffen (CDU) im Kreishaus und fasste einen Beschluss, der dazu beitragen soll, der Nachfrage gerecht zu werden: Zur Bedarfsdeckung sollen Übergangs­lösungen geschaffen werden. Dafür sollen Investitions­kosten von bis zu 50 000 Euro je Maßnahme sowie die Trägeranteile zu den Betriebskosten übernommen werden.

Da eine solche Maßnahme mit einer Gruppe und in der Regel mit 20 Plätzen für Kinder gleichzusetzen ist, bezifferte Jugendamtsleiter Hans-Jürgen Oehlschläger den aus dem Beschluss resultierenden finanziellen Aufwand bei den Investitionskosten auf bis zu 500 000 Euro. Die Verwaltung wurde zudem beauftragt, „zeitnah“ eine Planung zu erarbeiten, um Übergangslösungen auf Dauer entbehrlich zu machen. Dabei solle auch der Aspekt der Inklusion berücksichtigt werden.

In der Vorlage zur Jugendhilfeausschusssitzung hatte die Verwaltung darauf verwiesen, dass die vom Land vorgegebene Bedarfsquote für Plätze in Tageseinrichtungen für Kinder bei 32 Prozent gelegen habe. Im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes sei bei der Planung aber bereits eine Quote von 40 Prozent angesetzt worden.

Nunmehr liege der Bedarf nach den Anmeldungen für das Kindergartenjahr 2024/2015 aber noch höher: Für 44 Prozent der unter dreijährigen Kinder werde ein Platz benötigt. Bei den Umwandlungen von Gruppen für Ü3-Kinder in Gruppen für U3- und Ü3-Kinder sei die Grenze weitestgehend erreicht. Zudem wachse der Bedarf für eine 45-Stunden-Betreuung von Jahr zu Jahr. Übergangslösungen in Form von Gruppenüberschreitungen würden zwar eine quantitative Versorgung sichern, die Qualität der Bildungsarbeit werde aber bei einer dauerhaften Beibehaltung deutlich reduziert.

„Wir haben immer ein bisschen draufgelegt, aber es war doch noch zu wenig“, stellte Ausschussvorsitzender Paffen zu diesem „schwierigen Kapitel“ fest. „Wir müssen weiter investieren.“ Es solle niemand im Regen stehengelassen werden.

Bei einer von Jugendamtsmitarbeiter Friedhelm Sieben erstellten Gesamtbetrachtung der U3- und Ü3-Anmeldezahlen ergab das Gesamtergebnis die 199 fehlenden Plätze, die sich auf die Jugendamtskommunen wie folgt verteilen: Übach-Palenberg 84, Wegberg 50, Gangelt 28, Selfkant 27 und Wassenberg zehn. Lediglich in Waldfeucht gibt es keine fehlenden Plätze. Die Städte Erkelenz, Geilenkirchen, Heinsberg und ­Hückelhoven gehören nicht zum Zuständigkeitsbereich des Kreis­jugendamtes, da sie eigene Jugendämter besitzen.

Das Kreisjugendamt führt nun Gespräche mit Trägern und Kommunen, um Lösungen vor Ort zu erreichen. So soll beispielsweise im Gangelter „Kinderreich“ eine weitere Gruppe entstehen. In Selfkant-Tüddern soll eine dritte Gruppe wiederaufleben. In Übach-Palenberg geht es um eine vierte Gruppe im Innenstadt-Kindergarten an der Comeniusstraße und möglicherweise eine dritte Gruppe in Marienberg.

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