Kreis Heinsberg - Kreishandwerksmeister: „Werte sind unabdingbares Stammkapital”

Kreishandwerksmeister: „Werte sind unabdingbares Stammkapital”

Von: disch
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Bei der Ehrung der Sieger vom Praktischen Leistungswettbewerb der Handwerksjugend galten die Glückwünsche Sebastian Pigorsch (3.v.l.), Daniela Günther (Mitte) und Arno Wolf (3.v.r.). Ihnen gratulierten (von links) Heinz-Peter Dahmen und Wilfried Wiesenborn sowie (von rechts) Johannes Willms und Dr. Michael Vondenhoff.

Kreis Heinsberg. Werte und ethisch-moralische Grundsätze sind für Wilfried Wiesenborn „unabdingbares Stammkapital für wirtschaftliches und unternehmerisches Handeln”. Dies sagte der Kreishandwerksmeister am Sonntag beim 14.Frühjahrstreffen des Heinsberger Handwerks, zu dem die Kreishandwerkerschaft in die Stadthalle von Heinsberg eingeladen hatte.

Musikalisch wurde die Veranstaltung in der Begegnungsstätte von der Jazz-Band „Jazz 4/4” der Kreismusikschule begleitet.

„Grundwerte wie Gerechtigkeit, Verantwortung, Vertrauen, aber auch Ehrlichkeit, Fairness und Disziplin, Leistungsbereitschaft, Maßhalten, Gemeinsinn, Achtung vor der Menschenwürde des anderen, aber auch Tugenden wie Fleiß, Pflichtgefühl und Tüchtigkeit sind Werthaltungen, die man mitbringen muss, wenn man unternehmerisch handelt”, so Wiesenborn. Handwerksmeistern und Mittelständlern komme eine Leitbildfunktion in der Gesellschaft zu.

Als Arbeitgeber, der nicht von Humankapital oder menschlichem Produktivvermögen spreche, sondern aus Verantwortung für seine Mitarbeiter handele. Als Ausbilder, der seinen Lehrlingen mehr gebe als einen Job; er könne ihnen eine Lebensperspektive aufzeigen.

Als aktiver Bürger, der sich nicht auf die Leistungsfähigkeit der Gemeinschaft verlasse, sondern selbst die Dinge in die Hand nehme. „In diesem Sinne lebt und verkörpert das Handwerk Werte”, erklärte der Kreishandwerksmeister.

Gerechtigkeit, Verantwortung und Vertrauen als Grundwerte in der Wirtschaftskrise waren auch das Thema von Professor Wolfgang Schulhoff. Der Präsident des Nordrhein-Westfälischen Handwerkskammertages erinnerte als Festredner daran, dass das Handwerk in Krisenzeiten nicht gemeckert, sondern gearbeitet, keine Subventionen erhalten, sondern Steuern gezahlt habe.

In der Wirtschaft hätten die meisten Manager und Unternehmer gute Arbeit geleistet, einige wenige würden das Bild jedoch trüben. Er forderte ein Nachdenken über die Fundamente der Sozialen Marktwirtschaft, um wieder Vertrauen aufzubauen. Das System sei „falsch gefahren” worden.

Es müsse permanent an den Rahmenbedingungen gearbeitet werden, ohne in den Markt einzugreifen. Wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen würden, breche der Mensch aus dem System aus. Schulhoff zog einen Vergleich zwischen Zockern und Bankern, für die das Glücksspielgesetz gelten könnte.

Die Bankenaufsicht gehöre in die Hände der Bundesbank - mit klaren Regeln auf europäischer Ebene als Grundlage. Es gelte, zu Maß und Mitte zurückzukehren und sich an die Werte zu erinnern, „die uns groß gemacht haben”. Disziplin und Vorbilder seien gefragt, mahnte er eine Renaissance der Werte an.

Mit dem Ehrenpreis als ihrer höchsten Auszeichnung zeichnete die Kreishandwerkerschaft einen Mann aus, der sich über viele Jahre hinweg ganz außerordentlich um das Handwerk im Kreis und auf Landes- und Bundesebene verdient gemacht hat, so der Kreishandwerksmeister in der Laudatio auf den Preisträger.

Arndt Frauenrath habe dem Handwerk des Kreises als Unternehmer und wichtiger Arbeitgeber und weit über die Grenzen des Kreises hinaus als Präsident des Zentralverbandes des Deutsche Baugewerbes „zukunftsweisende Impulse” gegeben. Durch die selbstlose Übernahme zahlreicher Ehrenämter, „insbesondere in seinem geliebten Straßen- und Tiefbauerhandwerk”, habe er Werte vorgelebt und Zeichen gesetzt.

Als „Baumensch durch und durch” und als „großer Kämpfer für die mittelständische Bauwirtschaft” sei Frauenrath bekannt. Er sei nie abgehoben. Und er sei der Region stets verbunden geblieben. „Ich bin total gerührt und sehr stolz”, sagte Arndt Frauenrath zu der Auszeichnung. Er dankte all seinen Mitstreitern, bescheinigte seinen Nachfolgern ausgezeichnete Arbeit und animierte sie, „weiter auf den Putz zu hauen für unsere mittelständischen Interessen”.

Mit Blick zurück auf den Fall Holzmann appellierte er an die Bundesregierung, in der aktuellen Krise keine Steuergelder für Opel und Schaeffler auszugeben. Die Millionen könnten als Aufträge eine bessere Verwendung finden.
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