Kreis Heinsberg - Kreisausschuss votiert einstimmig gegen „ERK”

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Kreisausschuss votiert einstimmig gegen „ERK”

Von: disch
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Einst gehörte „ERK” zum vertrauten Bild, heute gibt es nur noch 173 Fahrzeuge mit diesem Kennzeichen: Der Kreisausschuss sprach sich einstimmig gegen dessen Wiedereinführung aus. Foto: Bodo Strickstrock

Kreis Heinsberg. Rechtlich hat der Kreis Heinsberg überhaupt keinen Einfluss in dieser Angelegenheit, politisch hat er aber dennoch klar Stellung bezogen: Der Kreisausschuss sprach sich mit einem einstimmigen Votum (bei einer Enthaltung von der FDP) gegen die Wiedereinführung des Autokennzeichens „ERK” aus, die von der Stadt Erkelenz angestrebt wird.

Landrat Stephan Pusch (CDU) und die von ihm geführte Verwaltung hatten in der Vorlage für den Kreisausschuss und in der Sitzung an das Jahr 1990 erinnert: Damals drohte dem Kreis Heinsberg der Verlust des Kennzeichens „HS”, das nach der Wiedervereinigung an die Stadt Halle an der Saale vergeben werden sollte. Der Kreistag kämpfte seinerzeit erfolgreich darum, das Kennzeichen behalten zu dürfen. Zur Begründung hieß es damals, die Gewöhnung an das Kennzeichen „HS” sei mit einer Konsolidierung des Kreises im Bewusstsein der Bevölkerung einhergegangen.

Das Unterscheidungszeichen „HS” trage dazu bei, den Bekanntheitsgrad des Kreises zu steigern. Dieser Effekt sei für einen Grenzkreis mit schwacher Wirtschaftsstruktur ein nicht zu unterschätzender Faktor. Und das Unterscheidungszeichen „HS” finde auch als Werbeträger im Wirtschaftsbereich Verwendung.

In der Vorlage für den Kreisausschuss wurde zudem betont, dass die Einführung eines Wahlkennzeichens „ERK” zwangsläufig auch Stimmen laut werden lasse, das Kennzeichen „GK” (Geilenkirchen) wieder einzuführen. „Eine derart plakative Aufteilung in Nord- und Südkreis widerspräche sämtlichen Bestrebungen, die Kreisidentität nach der kommunalen Neugliederung zu stärken” so die Position der Verwaltung. Landrat Pusch betonte noch einmal nachdrücklich die identitätsstiftende Wirkung von „HS”.

Die Grüne Maria Meurer, selbst Erkelenzerin, erklärte, sie habe, als sie von den Erkelenzer Bestrebungen erfahren habe, zunächst an einen Aprilscherz geglaubt, aber der Stadtratsbeschluss sei ja im September getroffen worden. Sie habe für ein solches Anliegen „überhaupt kein Verständnis”.

74 Prozent für die Wiedereinführung

In einer Bürgerbefragung hatten sich 74 Prozent (von 211 Einwohnern) für die Wiedereinführung des ERK-Kennzeichens ausgesprochen. Daraufhin hatte der Stadtrat den Bürgermeister beauftragt, mit Kreis und Land Verhandlungen zu führen. Zuständig ist aber laut Kreisverwaltung die Bundesebene, wird doch die Vergabe von sogenannten Unterscheidungszeichen für die Verwaltungsbezirke in einer Anlage zur Fahrzeugzulassungsverordnung geregelt.

Einige Bürger dürften die aktuelle Diskussion eher gelassen verfolgen, besitzen sie doch Fahrzeuge mit einem ERK-Kennzeichen. Denn auch wenn „ERK” nicht mehr zugeteilt wird und ausläuft, gültig ist es weiterhin.
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