Kreis Heinsberg - Kreis Heinsberg setzt ein zweites Messfahrzeug ein

Kreis Heinsberg setzt ein zweites Messfahrzeug ein

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Kreis Heinsberg. 491 Unfälle in einem Jahr, 491-mal Verletzungen, Leid und Schmerzen, 491-mal Unfallursache überhöhte Geschwindigkeit. So geschehen 2009 im Kreis Heinsberg.

Das Schlimme daran: Gegenüber 2008 betrug die Steigerung 22,1 Prozent. Und auch die 475 im Straßenverkehr Verunglückten pro 100.000 Einwohner sind kein guter Wert. Denn im Land Nordrhein-Westfalen verunglücken durchschnittlich 408 Menschen pro 100.000 Einwohner. „Wir sind es leid”, so lautet der Slogan der Polizei, insbesondere im Hinblick auf die Fahrergruppe der 18- bis 24-Jährigen, die am Unfallgeschehen überdurchschnittlich beteiligt sind. Und auch Landrat Stephan Pusch schmerzen diese Zahlen.

Während an manchen Unfallschwerpunkten und Unfallhäufungspunkten bauliche Maßnahmen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen schon helfen, sind nach Einschätzung des Kreises an anderen Punkten nach wie vor Raser und andere rücksichtslose Verkehrsteilnehmer zu beobachten, die immer wieder sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen. Seit Beginn des Jahres 2009 nimmt der Kreis Heinsberg mit einem Messfahrzeug mobile Geschwindigkeitsüberwachungen vor. Da aber die Unfallstatistiken nach wie vor dringenden Handlungsbedarf aufzeigen, wurde nun auch gehandelt. Jetzt wurde ein zweites Messfahrzeug an den Kreis Heinsberg ausgeliefert. Mit Digitaltechnik und einem Radarmessgerät auf neuestem Stand soll es rücksichtslosen Rasern nun verstärkt an den Kragen gehen.

Denn über das Kreisgebiet verteilt sind 195 Messstellen ausgemacht worden, an denen geschultes Personal die Messungen vornimmt. Die Messungen des Kreises dürfen - anders als polizeiliche Messungen - nur an Stellen erfolgen, „an denen nachweislich Gefährdungspotential besteht”, erklärte die Pressestelle des Kreises. Dies seien Unfallhäufungspunkte mit der Hauptunfallursache „Geschwindigkeit”, vor allem aber besonders schutzwürdige Bereiche wie Kindergärten, Schulen, Spielplätze oder Seniorenheime. Die Messungen würden vor allem zu den unfallrelevanten Tageszeiten vorgenommen. Zudem bestehe ein ständiger Informationsfluss zwischen Kreispolizeibehörde, Unfallkommission und Kreisordnungsamt. So könne auf neue Gefährdungsmomente schnell und flexibel reagiert werden.

„Wir müssen jetzt versuchen, noch mehr auf die Verkehrsteilnehmer einzuwirken, die zu schnell unterwegs sind”, erklärte Landrat Stephan Pusch anlässlich der Vorstellung des neuen Messfahrzeugs.

„Es geht um die Senkung der Unfallzahlen”, schloss der Landrat andere Gründe aus. Denn eine zusätzliche Einnahmequelle werde das Messfahrzeug kaum sein. Landrat Pusch: „Wir wären schon froh, wenn das Ganze kostenneutral funktioniert.”

Erstmals wird in dem neuen Messgerät Digitaltechnik eingesetzt, nachdem nun auch digitale Bilder bei der Geschwindigkeitsmessung zugelassen sind. Über ein Laptop kann das Messpersonal auch direkt die Qualität der Bilder überprüfen.

Mit dem neuen Fahrzeug sind sowohl die gewohnten Stativmessungen als auch Messungen aus dem Fahrzeugheck möglich. Den roten Blitz wird der Autofahrer kaum noch bemerken. Ein Wabenfilter sorgt dafür, dass Autofahrer diesen Blitz allenfalls noch wie ein Bremslicht wahrnehmen.
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