Heinsberg - Kreis Heinsberg hält Fracking für nicht verantwortbar

Kreis Heinsberg hält Fracking für nicht verantwortbar

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Der Kreis Heinsberg lehnt die Fracking-Pläne der Niederlande im Grenzgebiet in aller Deutlichkeit ab. Wie viele andere Gegner fürchte er negative Auswirkungen auf den Boden – durch die Chemikalien, die beim Fracking eingesetzt werden. Foto: stock/imagebroker

Heinsberg. Der Kreis Heinsberg stemmt sich vehement gegen die von den Niederlanden als „Strukturvision Schiefergas“ umschriebenen Fracking-Pläne des Grenznachbarn.

„Nach derzeitigem Kenntnisstand ist die Fracking-Technologie nicht verantwortbar“, heißt es in der dreiseitigen Stellungnahme des Kreises Heinsberg, die an das „Bureau Energieprojecten – Inspraakpunt conceptnotitie structuurvisie schaliegas“ gerichtet und fristgemäß versandt worden ist.

Zuvor hatte sich schon der Kreistag einstimmig dafür ausgesprochen, die niederländischen Fracking-Pläne abzulehnen und die Verwaltung beauftragt, eine entsprechende Stellungnahme abzugeben.

Gefahr der Wasserverunreinigung

„Beim Kreis Heinsberg hatten sich das Gesundheitsamt, das Amt für Umwelt und Verkehrsplanung sowie das Amt für Bauen und Wohnen mit der Stellungnahme beschäftigt“, weiß Ulrich Hollwitz, Sprecher des Kreises Heinsberg. Das Gesundheitsamt sehe vor allem die Gefahr der Grund- und Trinkwasserverunreinigung durch den Einsatz von Chemikalien im Rahmen der Fracking-Technologie. Wörtlich heißt es: „Deshalb wird die Schiefergasförderung mittels chemischer Mittel aus gesundheitsaufsichtlicher Sicht, auch außerhalb von Trinkwasserschutzgebieten, abgelehnt.“

Ebenso seien die negativen Auswirkungen der Chemikalien auf den Boden nicht absehbar und wegen der toxischen Wirkungen nicht verantwortbar.

Das Amt für Umwelt und Verkehrsplanung verweise in diesem Zusammenhang auf ein bestehendes Landesgutachten vom September 2012, das mit dem Titel „Gutachten mit Risikostudie zur Exploration und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten und deren Auswirkungen auf den Naturhaushalt, insbesondere die öffentliche Trinkwasserversorgung“ überschrieben ist. Aufgrund dieses Gutachtens habe es einen Erlass gegeben, der das Fracking in Nordrhein-Westfalen für unzulässig erklärt.

„Der Kreis Heinsberg schließt sich den Aussagen dieses Gutachtens an und lehnt jegliche Erdgasgewinnung mittels Fracking ab“, informiert Hollwitz.

Des Weiteren verweist das Umweltamt auf die geologischen Gegebenheiten im Grenzgebiet und die zahlreichen Trinkwassergewinnungsanlagen in Grenznähe. Letztlich werde laut Hollwitz in der Stellungnahme auch auf die Erdbebensituation in der hiesigen Region hingewiesen.

„Abschließend sieht das Umweltamt des Kreises zahlreiche fehlende Aussagen in der Strukturvision der Niederländer. So fehlen nach Ansicht des Kreises Angaben zur Erdbebensicherheit, zum Boden-, Gewässer- und Oberflächenschutz sowie zu den Auswirkungen auf Flora und Fauna durch den Einsatz der chemischen Substanzen“, so der Sprecher des Kreises. Das Amt für Bauen und Wohnen spezifiziert das Thema „Erdbebensicherheit“ und verweist zudem auf die bereits bestehenden Belastungen durch Bergschäden (Sophia Jacoba) und Sümpfungsmaßnahmen (Braunkohleabbau). Hier seien vor allem die Wechselwirkungen im geologischen Bereich aufzuzeigen.

Der Kreis fordert dazu eine überregionale Untersuchung in geologischer wie wasserwirtschaftlicher Hinsicht.

„Der Kreis Heinsberg hofft, mit dieser Stellungnahme ein deutliches Signal in Richtung der niederländischen Nachbarn gesendet zu haben“, sagt Hollwitz.

Darüber hinaus wird die Stellungnahme des Kreises Heinsberg Teil einer gemeinsamen, regional abgestimmten ablehnenden Stellungnahme der Städteregion und der Stadt Aachen.

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