Kreativspektakel in historischer Kulisse auf Haus Hohenbusch

Von: syn
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Ein Quell der Kreativität: Diesmal war „Glasflasche“ das Thema der Gruppenarbeit beim Kunstlabor.
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Rhythmisch und gewaltig: Wadaiko RosenStrauch auf der Bühne.
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Raum für Kunst und Konversation: Fotograf Jochen Rüskens (l.) und sein „Abendmahl“.

Erkelenz-Hetzerath. Vorbereitend auf den zwölften „Kunstlabor live“-Event hatten die Mitglieder des Gremiums und die teilnehmenden Künstler tief in die Flasche geschaut. Denn traditionell stellen sich die Teilnehmer einer Gruppenarbeit, bei der sie ein gemeinsames Thema auf vielfältige Weise bearbeiten.

Nach den Kisten des Vorjahres waren nun Glasflaschen die Objekte und Gefäße der kreativen Ideen. Angefangen hat das Kunstlabor als Internetportal, mit dem die beiden Lövenicher Silvia und Michael Kempe die Vielfalt der Kunstszene in der Region darstellen wollten.

So entstand schnell eine offene Gemeinschaft, die mittlerweile nicht nur im Internet einen regen Austausch pflegt. Nachdem die Gründer sich vor drei Jahren ganz der Musik zuwendeten, mit der sie auch international Beachtung finden, übernahm ein siebenköpfiges Gremium die Leitung der zumeist virtuellen Gruppe. Jedes Jahr treffen sich die Künstler und einige kreative Gäste für ein Wochenende, um ihr Schaffen zu präsentieren und einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

34 Künstler und Gruppen

Vor zwei Jahren zog das Kunstlabor von der Erkelenzer Burg nach Hohenbusch um. Eine Entscheidung, die niemand bereut, wie Gremiumssprecher Georg Blank betonte. „Das Kunstlabor hat in Hohenbusch ideale Möglichkeiten gefunden“, erklärte er. Die Gebäude boten ausreichend Platz für die 34 Künstler und Gruppen, die sich an dem zweitägigen Event beteiligten. Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit Musik, Literatur und Performance rundete an beiden Tagen das kreative Spektrum ab.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Astrid Wolters betonte bei der Eröffnung, dass das Kunstlabor einen festen Platz in der regionalen Kunstszene einnehme. Dr. Richard Nouvertné von der Kunststiftung der Sparkasse sprach von einer „wichtigen Stimme im kreisweiten Kunstgeschehen“.

Die Besucher erwarteten Arbeiten der bildenden Kunst von Bildern und Fotografien bis hin zu Skulpturen aus Keramik, Eisen und anderen Materialien. Auf Hohenbusch erstmals dabei war der Erkelenzer Fotograf Jochen Rüskens. Er stellte eine aktfotografische Arbeit in Anlehnung an Da Vincis berühmtes Bild „Das letzte Abendmahl“ vor.

Die Darstellung des menschlichen Körpers war auch bei Kay Huett Thema, wobei durch Entfremdung und neue Schwerpunkte das direkte Erkennen erschwert wurde.

Ein Stück weiter im Laienbrüderhaus war eine weitere Fotografin stationiert: Aleksandra Gonet aus Mönchengladbach stellte „Lost Places“ aus, von Menschen verlassene Orte, die sie in ihrem Dornröschenschlaf darstellt, ohne sie zu wecken. Sie hatte mit ihren surreal wirkenden Fotoarbeiten das Gremium überzeugt und eine Einladung nach Hohenbusch bekommen. „Ich gehe nicht auf die Suche nach solchen Orten“, erklärte sie. „Vielmehr finde ich sie auf meinen Reisen oftmals zufällig.“

Ansonsten bot der Besuch an diesem Wochenende Kunst, soweit das Auge reicht. Wer sich vom Laienbrüderhaus die Treppe hinauf verirrte, konnte gleich bei Elke Bürger vorbeischauen, die zeitgleich und unabhängig vom Kunstlabor derzeit den Sommerkunsttreff auf Hohenbusch anbietet. In verschiedenen Kursen können Interessierte den Zugang zur aktiven Kunst finden und ihr Können ausprobieren.

Abgerundet wurde das Kunstangebot wieder durch Musik, Tanz und Literatur. Frank Rimbach (zusammen mit dem Musiker Marcel Rommerskirchen), Runa Rosina Menges, Helmut Wichlatz, Gisela Stotzka und Waltraud Barnowski-Geiser lasen Texte zwischen Hardrock ohne Begleitband und Tanzperformance, japanischem Trommeln und den Djembe-Freunden. Barnowski-Geiser war zusammen mit Beate Theissen auch als Duo EigenArts zu hören.

Donat van Walderveen und Andreas Bach zeigten eindrucksvoll, dass man auch als Duo den satten Hardrock auf die Bühne bringen kann. Ihr Auftritt und die Performance des Tanztheaters „merkwürdig-e Gestalten“ stießen auch bei den Besuchern einer parallel stattfindenden Hochzeitsfeier auf ebenso großes Interesse wie Unverständnis.

Inklusives Catering-Team

Genau das sei beabsichtigt, betonte Gremiumssprecher Blank. „Hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch Leute etwas mitbekommen, die sonst mit dem Thema Kunst wenig an der Mütze haben“, erklärte er. Immerhin hätten sich am Grillstand des inklusiven Catering-Teams interessante Gespräche ergeben.

Das „Laborcafé“ wurde wieder von den Bewohnern und Mitarbeitern einer betreuten Wohngruppe der Lebenshilfe gestellt.

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