Heinsberg - Krankenhaus Heinsberg hilft in Afrika aus

Krankenhaus Heinsberg hilft in Afrika aus

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
Dr. Bernd Bierbaum (4.v.r.) un
Dr. Bernd Bierbaum (4.v.r.) und Werner Joerißen (l.) beim Abbau der ersten Geräte. Mit dabei Bürgermeister Wolfgang Dieder (3.v.l.) und Krankenhaus-Geschäftsführer Heinz-Gerd Schröders (2.v.r.). Foto: Thomas

Heinsberg. Die Gerätschaften für die Sterilisation medizinischer Instrumente im „Altbau” des Heinsberger Krankenhauses werden nach der Einrichtung einer neuen Zentralsterilisation im Erweiterungsbau nicht mehr benutzt, sind aber noch voll funktionsfähig.

Daher werden sie künftig im Bethesda-Krankenhaus in Goma in der afrikanischen Republik Kongo wieder in Dienst gehen.

Im Dezember vergangenen Jahres reiste eine Delegation aus dem Kreis Heinsberg, der auch der Vorsitzende des Oberbrucher Hilfsvereins „Wir für Ruanda -ACA”, Dr. Bernd Bierbaum, und Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder angehörten, nach Zentralafrika. Dabei besuchten sie auch das im Gebiet der großen Seen in Goma gelegene Bethesda-Krankenhaus.

Dort traf die Delegation auf Chefarzt Dr. Semanengu Bose. Er beklagte als eines der größten Probleme das Fehlen einer ausreichenden Sterilisationsanlage. „Die in dem afrikanischen Krankenhaus vorhandenen Strukturen waren tatsächlich mehr als spartanisch”, so Dieder, der auch in seiner Funktion als Verwaltungsrats-Vorsitzender im Krankenhaus anregte, die in Heinsberg noch vorhandenen Geräte auf ihre Tauglichkeit für einen Einsatz in Goma zu prüfen.

Die Idee aufgegriffen

Bierbaum und seine Vereinsfreunde griffen die Idee auf. Die technischen Fachkräfte inspizierten die in der ehemaligen Zentralsterilisation noch vorhandenen Geräte, die allein wegen zu knapper Produktionskapazitäten und ungünstiger logistischer Anbindung an die Operationssäle in Heinsberg nicht mehr genutzt werden. Fünf Reinigungs- und Desinfektionsgeräte sowie zwei Dampfsterilisatoren und einige Arbeitstischanlagen können somit dem Krankenhaus in Goma zur Verfügung gestellt werden.

Gemeinsam mit den Haustechnikern des Krankenhauses bereiten Vereinsmitglieder sie derzeit für den Transport vor. Zwischenzeitlich wird sich der Verein darum bemühen, im Krankenhaus in Goma die Infrastruktur für die Aufnahme der Heinsberger Sterilisationseinrichtung zu schaffen.

In den 16 Jahren seines Bestehens hat „Wir für Ruanda - ACA” schon viele Projekte im zentralen Afrika durchgeführt. Drei Lehrschreinereien wurden gebaut oder eingerichtet. In Butare in Ruanda entstand eine Schule für Straßenkinder, und im Busch im Osten des Kongos wurde ein ganzes Krankenhaus rehabilitiert. Immer wieder konnte der Verein dabei auf Rentner bauen, die bei den Projekten ihr großes Fachwissen und ihre Arbeitskraft kostenlos und unter Zahlung der eigenen Reisekosten zur Verfügung stellten - quasi ein „Senior Experts Service” auf lokaler Ebene.

Große Aufgaben stehen auch bei diesem neuen Projekt vor den Vereinsaktiven, doch Bierbaum ist optimistisch. „Unsere Rentner sind Spitze, und unser Krankenhausprojekt in Mweso war viel größer. Damals waren wir mit 19 Helfern 120 Kilometer von der Zivilisation entfernt ganze fünf Wochen im Einsatz. Deshalb bin ich zuversichtlich”, sagt er und freut sich über die Unterstützung von Bürgermeister und Krankenhaus. Auf der Suche ist der Verein für dieses neue Projekt allerdings noch nach einem erfahrenen Wasserinstallateur.

„Ich freue mich sehr, dass wir einen Beitrag dazu leisten können, in einem afrikanischen Krankenhaus die hygienischen Bedingungen der Patientenbehandlung nachhaltig zu verbessern”, betont Dieder und zeigt sich begeistert vom Engagement der ehrenamtlichen Helfer des Vereins.

„Das Krankenhaus wird sich nach Kräften an der Unterstützung der Aktion beteiligen”, fügt Krankenhaus-Geschäftsführer Heinz-Gerd Schröders hinzu, den das Engagement aller Beteiligten ebenfalls beeindruckt. Für den Transport der Container mit den Geräten nach Goma und für Materialien für den Aufbau vor Ort bittet der Verein „Wir für Ruanda - ACA” um Spenden: Kreissparkasse Heinsberg (BLZ 312 512 20), Konto 230 7007.
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