Konzertsaison geht fulminant zu Ende

Von: ulla
Letzte Aktualisierung:

Kreis Heinsberg. Die Deutsche Kammerakademie Neuss gestaltete das Meisterkonzert von der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg, mit dem in der Erkelenzer Stadthalle am Franziskanerplatz die Saison 2012/2013 fulminant zu Ende gegangen ist.

Mozart stand auf dem Programm, das keine musikalischen Wünsche ­offen ließ und den besonderen ­Applaus des begeisterten Publikums herausforderte.

Georg Mais, in Erkelenz kein Unbekannter, dirigierte sein junges Orchester mit großem, auch körperlichen Einsatz und brachte es immer wieder zu Höchstleistungen. Die 30 eingespielten CDs und die Auftritte bei internationalen und nationalen Festivals sind ein Beweis für die Weltgeltung des vor 30 Jahren gegründeten Orchester, das sich vor allem der Klassik widmet, aber auch vor modernen Musik nicht „zurückschreckt“.

Das Konzert begann mit dem Divertimento D-Dur KV 251, in dessen sechs Sätzen höchste Ansprüche an die 1. Violine gestellt werden. In der Balance zwischen galanter Unterhaltung und kammermusikalischer Feinheit vermischen sich Poesie und schiere Musizierlust.

Es folgte das Konzert für Flöte und Orchester Nr. 2 D-Dur KV 314, wobei die Flötistin Ruth Ligelli ­einerseits mit höchster Virtuosität als Solistin glänzte, andererseits aber nie den Dialog mit dem Orchester vergaß.

Das ursprünglich für Oboe geschriebene Stück lässt im zweiten Satz an eine musikalische Umschreibung der Arie des Blondchens aus der Entführung aus dem Serail denken: „Welche Wonne, welche Lust“.

Nicht ohne Zugabe entließen die Zuhörer die Flötistin von der Bühne, die sich mit einem Andante für Flöte und Orchester (natürlich von Mozart) verabschiedete. Die Blumen waren wahrhaftig verdient.

Nach der Pause erklang die Sinfonie Nr. 40 g-Moll KV 550, die als einer der Gipfelpunkte der Wiener Klassik verstanden werden kann. Bemerkenswert ist besonders, dass dieses Werk in einer sehr prekären Lage der Familie Mozart entstand, was auch in seiner dunklen Grundstimmung hörbar wird.

Wegen seiner zur damaligen Zeit zum Teil sehr ungewohnten Dissonanzen, des Zersprengens von Harmonien und Melodien, wird das Werk auch in der Musikgeschichte sehr unterschiedlich interpretiert.

Die stürmisch geforderte Zugabe am Ende eines Abends auf hohem musikalischem Niveau beschied der Dirigent mit den Worten: „Nach so einem fantastischen Stück haben wir beschlossen: nichts!“ Und diese Entscheidung quittierte das Publikum in der Erkelenzer Stadthalle mit erneutem Beifall. Aber Blumen für ihn gab es verdientermaßen doch.

Im Programmheft gab es auch schon eine Vorschau auf die Meisterkonzerte 2013/2014, die in bewährter Weise Altes und Neues präsentieren. Dass es wieder sieben Konzerte sind, mag die Kenner der Zahlensymbolik daran erinnern, dass die Zahl sieben als heilige Zahl gilt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert