Kochsalzlösung derzeit ständig im Einsatz

Von: Rainer Herwartz
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Die 0,9-prozentige Natriumlösung, die Dr. Jürgen Minartz hier zeigt, ist derzeit ständig im Einsatz, je nach allgemeiner körperlicher Konstitution der Patienten ergänzt durch Kalium und Zucker. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. „Des einen Freud, des anderen Leid” - während in den Freibädern und Eisdielen die heißen Sommertemperaturen die Kassen klingeln lassen und nicht nur bei den Betreibern für strahlende Gesichter sorgen, herrscht andernorts eher Notstand.

„Menschen, die ohnehin krank sind, geht es derzeit meist noch schlechter”, sagt Dr. Jürgen Minartz. Der Chefarzt der Inneren Abteilung des Heinsberger Krankenhauses und seine Kollegen erfahren dies im Moment nahezu täglich.

Die 0,9-prozentige Natriumlösung (Kochsalz) ist derzeit ständig im Einsatz, je nach allgemeiner körperlicher Konstitution ergänzt durch Kalium und Zucker. „Menschen, die unter Natriummangel leiden, stürzen häufiger, leiden unter Muskelschwächen oder sind verwirrt. Wir stellen das in vielen Fällen fest.” Gerade bei älteren Menschen sei dies oft der Fall.

Zu wenig Flüssigkeit und Mineralstoffe seien die Ursache. „Manche reagieren mit Fieber und haben einen regelrechten Hitzeschlag”, erklärt der Kardiologe. Von Letzterem unterscheide sich übrigens der „Sonnenstich” ganz erheblich. Hiervon seien durchaus auch junge Menschen betroffen, die sich längere Zeit ohne Kopfbedeckung in der Sonne aufhielten.

„Es kommt dabei nicht zu einem Flüssigkeitsverlust, sondern zu einem Anschwellen des Gehirns. Wenn dieser Prozess nicht unterbrochen wird, kann der Hirnstamm eingedrückt werden, was zum Tode führt.” Die Symptome im Vorfeld ähnelten denen eines Schlaganfalls. Ein starkes Erschöpfungsgefühl mit Zittrigkeit mache sich breit.

Und nicht selten komme es zum Erbrechen bei den Betroffenen. Werde hier nicht eingeschritten, verlören sie schließlich das Bewusstsein. „Meistens merken die Menschen vorher schon, dass sie nicht mehr können, aber wenn sie dann nicht gegenlenken, wird es ernst”, weiß Minartz. Ernst zu nehmen sei derzeit vor allem die Tatsache, dass überdurchschnittlich viele Menschen mit Nierenversagen eingeliefert würden.
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