Klare Absage für Wiedereinführung des alten Kennzeichens

Von: Udo Kals
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Aachen/Monschau. Noch sieht sich Berthold Thoma nicht in einer Sackgasse. Zwar hat ihn am Freitag auch Städteregionsrat Helmut Etschenberg in seinem Versuch ausgebremst, das Kfz-Kennzeichen „MON” für den Altkreis Monschau wieder einführen zu lassen. Doch der Heimatforscher aus Kalterherberg will mit seinen Mitstreitern aus der Nordeifel vielleicht ein letztes Mal den Blinker zu einem Überholmanöver setzen.

„Bis Mitte Februar werden wir entscheiden, ob wir ein Bürgerbegehren auf den Weg bringen”, sagt er und rechnet vor, dass dafür rund 1200 Unterschriften zusammenkommen müssten. Bislang sei die Resonanz auf die Idee eher spärlich. Doch Thoma gibt die Hoffnung nicht auf. Zahlreiche Vereine seien angeschrieben worden. „Wenn wir in jedem der sieben Monschauer Ortsteile zumindest einen mitgliederstarken Verein für uns gewinnen können, dann wollen wir das Thema Bürgerbegehren anpacken.”

Ins Rollen gebracht hat das Thema der Heilbronner Hochschullehrer Ralf Borchert - und damit eine bundesweit Lawine ausgelöst. In zahlreichen Kommunen von der Ostsee bis zu den Alpen gibt es nun Initiativen, die sich frü die Wiedereinführung abgeschaffter Kennzeichen einsetzen. Auch in NRW ist der Streit entfacht, wo im Rahmen der kommunalen Neugliederung in der 70er Jahren zahlreiche Buchstabenfolgen wie eben „MON” oder auch „JÜL” (Jülich), „GK” (Geilenkirchen) oder „ERK” (Erkelenz) abgeschafft wurden. „Das ist kein absurdes Folklore-Thema, sondern eine Frage von Marken und Identifikation”, betont Bochert.

Hatte sich der Düsseldorfer Verkehrsminister lange den Wünschen widersetzt, bescherte Harry Voigtsberger den Initiativen kurz vor Weihnachten ein kleines Geschenk, indem er sich nicht mehr sperrte. Zuvor hatten 19 der NRW-weit 40 möglichen Kandidaten eine Resolution verfasst, darunter der Jülicher Bürgermeister.Tenor: Die alten Nummernschilder sollten das als Wunschkennzeichen wiedereingeführt werden können. Das Ministerium werde die Resolution an das zuständige Bundesverkehrsministerium weiterleiten, hieß es. Voigtsberger verlangte aber, dass der jeweilige Landrat oder der Stadtrat bei eingemeindeten Kleinstädten eine Stellungnahme beifügt. Falls der Bund dann eine entsprechende Regelung in die Fahrzeug-Zulassungsverordnung einfüge, werde die Regelung auch in NRW angewendet.

AC soll Identität stiften

Während es die Frage nach dem alten „MON” gar nicht einmal in den Rat schaffte - auf interfraktioneller Basis wurde das Ansinnen im November schon vorher abgelehnt -, ist auch die Meinung Etschenbergs eindeutig. Angesichts der „zusätzlichen Bürokratie und den damit verbundenen Kosten” werde er dem Städteregionstag empfehlen, „die Wiedereinführung von Altkennzeichen abzulehnen”, teilte er am Freitag auf Anfrage mit und betonte: „Auch vor dem Hintergrund der Tatsache, dass uns in der Städteregion das identitätsstiftende Kennzeichen AC weltweit verbindet, werde ich mich persönlich für eine Beibehaltung der aktuellen Kennzeichenregelung einsetzen.” Eine Antwort, die Thoma erwartet hat und deren Begründung er nicht teilt. Doch an seinem Ziel hält er fest. Und jetzt weiß er definitiv auch, dass es sich den Weg für eine Unterschrift in den Stadtteil Konzen sparen kann, wo Etschenberg wohnt.
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