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Klärungsbedarf: Umsiedler aus Immerath und Borschemich beraten

Von: bast
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Groß war der Andrang bei der Veranstaltung der Interessengemeinschaft im Pfarrsaal Kuckum. Foto: Bodo Strickstrock

Erkelenz-Kuckum. Die nächste Umsiedlungsphase wegen des Braunkohletagebaus Garzweiler II hat begonnen. Dieses Mal heißen die Dörfer Keyenberg, Kuckum, Ober- und Unterwestrich sowie Berverath. Der Umsiedlungsbeginn ist für2016 terminiert, der Beginn der „bergbaulichen Inanspruchnahme”, wie es im Amtsdeutsch heißt, um 2023.

Waren die Umsiedlungen in Immerath, Pesch, Lützerath und Borschemich noch Neuland für Einwohner, Verwaltung und RWE Power AG, so kann jetzt besser auf das Ereignis vorbereitet werden. Deshalb besteht in den Orten seit 2006 eine Interessengemeinschaft, die sich mit den drängenden Fragen der Umsiedlung beschäftigt.

Jetzt hatte die IG zu einer weiteren Informationsveranstaltung in den Pfarrsaal Kuckum eingeladen, der bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Bürgerbeiräte von Immerath und Borschemich sollten ihre Erfahrungen über die Arbeit mitteilen, um eine Grundlage für die anstehenden Wahlen zum Bürgerbeirat für die fünf Dörfer zu bilden.

Hans-Josef Dederichs und Gabi Clever hatten die Versammlung vorbereitet, und Dederichs gab zunächst eine Übersicht über die rechtliche Seite. In einer kurzen Präsentation wurde die Feststellung überdeutlich: Heimat ist Heimat, und wenn sie noch so klein ist. Das Ziel „Gemeinsame Umsiedlung mit möglichst hoher Beteiligung” und die Gestaltung des Umsiedlungsstandortes sowie die Mitwirkung am Bebauungsplan sollen die für fünf Jahre zu wählenden Mitglieder des Bürgerbeirates als Vermittler vor Ort für ihre Mitbürger verwirklichen.

Wichtig ist den Mitgliedern die „Sozialverträglichkeit” der Umsiedlung. Immerhin sind in Keyenberg 872, in Kuckum 487, in Berverath 104, in Unterwestrich 141 und in Oberwestrich 18 Menschen betroffen, die laut eines Versammlungsteilnehmers in diesem Jahr mit 13 Prozent der Altersgruppe bis 15 Jahre, 28 Prozent 15 bis 39 Jahre, 39 Prozent 40 bis 64 und 20 Prozent über 65 Jahreangehören.

Aus Borschemich berichteten Reiner Beeck, Thomas Hintzen und Gerhard Knorr, aus Immerath Gisela Berger, Alfred Ottlik und Hans-Walter Corsten über ihre Arbeit. Schon die Findung des neuen Standortes war unterschiedlich. Gelobt wurde der „Erkelenz-Vertrag”. So sei bei einer Sachwerterstattung von Standardanwesen kein externer Berater erforderlich. Gisela Berger erläuterte, dass eine gute Organisation nötig sei und man sich nicht unter Druck setzen lassen dürfe. Sie empfahl die Führung von Protokollen. Allgemein wurde das Verhältnis zu Stadt und RWE als sachlich eingestuft. Sie ermunterte zum Mitmachen in einem Bürgerbeirat.

In der anschließenden Fragerunde zeigte sich deutlich, dass der Klärungsbedarf trotz der Erläuterungen in der Keyenberger Versammlung Ende 2010 noch sehr groß ist. So wurde eindringlich gefordert, dass der Rat der Stadt beschließen und erklären möge, dass eine gemeinsame Umsiedlung an einem neuen Standort erfolgen solle. Man rechnet mit einer Beteiligung an der gemeinsamen Umsiedlung von etwa 50 Prozent der Bevölkerung.
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