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Kirche und Gewerkschaft wollen sich einmischen

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Kreis Heinsberg. Die katholische und die evangelische Kirche haben sich in der Region mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zusammengetan. „Wir mischen uns ein...” lautet das Motto.

Mit diesem Schriftzug sind in dicken roten Lettern auch die gelben Plakate überschrieben, die mit viel Text über das neue Bündnis informieren.

Es geht den Initiatoren um menschenwürdige und gerecht entlohnte Erwerbsarbeit, um die Zukunft der Menschen, die arbeitslos und arm sind, und um die Menschen, die kaum eine Perspektive haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

„Leitend sind für uns sozialethische Positionen, die dem Menschen und seiner Arbeit den Vorrang vor dem Kapital einräumen”, lautet das Fazit, das ebenfalls in Rot aufs Plakat gedruckt wurde.

Bei einer Pressekonferenz in der evangelischen Kirche in Oberbruch informierten die Initiatoren des Bündnisses über die Beweggründe, mit ihren Anliegen in die Öffentlichkeit zu gehen. Man wolle sich gerade jetzt ganz bewusst einmischen, habe aber dabei nicht bevorstehende Wahlen, sondern allein die betroffenen Menschen im Auge, erklärte Pfarrer Günter Rosenkranz als Gastgeber des Treffens, das von Ralf Zanders aus dem Büro der Regionaldekane moderiert wurde. Er vertrat zugleich den Katholikenrat.

Die Themen Arbeitslosigkeit und Beschäftigungspolitik seien sehr stark in den Bereich der Verwaltung abgeglitten, sagte Johannes Eschweiler vom Oberbrucher Hilfsverein Amos, der wie die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) Teil des Bündnisses ist. In einem beteiligungsorientierten Ansatz wolle man deshalb jetzt wieder in Dialog treten.

Die Plakate sollen deshalb in allen Kirchen- und Pfarrgemeinden, bei Wohlfahrtsverbänden sowie an Personal- und Betriebsräte, an Unternehmer und Politiker verteilt werden. Für den 6. Mai ist eine erste große Diskussionsrunde geplant, voraussichtlich in Heinsberg. Zusätzlich soll mit einer Art Klagemauer auf dem Heinsberger Marktplatz auf die Missstände aufmerksam gemacht werden.

„Wenn wir uns nicht auf die Seite derjenigen stellen, die unserer Hilfe bedürfen, verpassen wir unsere Aufgabe”, betonte Regionaldekan Winfried Müller. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, jetzt Lösungen zu finden für eine menschenwürdige Zukunft. Die Menschen, die noch Arbeit hätten, stünden unter sehr großem Druck, beschrieb Karl Panitz als Vertreter des DGB die aktuelle Situation: „An der Stelle kennt das Kapital weder Moral noch Ethik.”

Jens Sannig, Superintendent des Kirchenkreises Jülich, hinterfragte die aktuelle Situation der Wirtschaft: „Ist das geltende Wirtschaftssystem noch das, was zukunftsweisend ist?” Alle müssten sich dafür interessieren, Gemeinwohl vor Ort gemeinsam zu gestalten.

Es könne nicht sein, dass über Tafeln das aufgefangen werde, was die Gesellschaft versäumt habe. „Wir müssen die Menschen wieder sprechfähig machen”, betonte er. Deshalb würden sich die Initiatoren freuen, mit Menschen zum Thema ins Gespräch zu kommen. Ansprechpartner im Bündnis ist Johannes Eschweiler, 02452/1063866.
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