Kirche mischt erneut beim Widerstand mit

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An den Gebäuden der Kirchenge
An den Gebäuden der Kirchengemeinde St. Maria und Elisabeth Erkelenz werden überall die gelben Schleifen als Solidaritätszeichen angebracht.

Erkelenz. Der Pfarrgemeinderat der katholischen Kirchengemeinde St. Maria und Elisabeth Erkelenz hat in seiner Sitzung in dieser Woche einstimmig beschlossen, sich an der Aktion „Das Gelbe Band” zu beteiligen.

Der Braunkohletagebau Garzweiler II gehört bereits seit sehr langer Zeit zum Alltag der Pfarre St. Maria und Elisabeth und seiner elf ehemals zwölf Filialgemeinden. Stand vor gut 20 Jahren noch der (kirchliche) Widerstand im Vordergrund, so gehe es, so der Pfarrgemeinderat, nun in vielen Verhandlungen um die Entschädigungsleistungen oder auch Planungen für die Ersatzbauten.

„Die meisten werden sich noch an die roten Schilder mit weißer Beschriftung erinnern und mancherorts stehen sie immer noch- mit der Aufschrift Ja zur Heimat - STOP Rheinbraun. Auch wenn die Umsiedlung schon lange entschieden ist und es in Kürze um die Entscheidung für die neuen Umsiedlungsgebiete Keyenberg, Kuckum und die anderen Ortschaften geht, ist das Thema „Braunkohletagebau” nicht beendet. Vor Jahren war Solidarität gefragt und heute ist das auch der Fall”, heißt es in der Erklärung des Pfarrgemeinderates.

Es sei, so das Gremium, sehr klar zu unterscheiden: Da sind die Umsiedler, die durch die Umsiedlung und den folgenden Tagebau ihre Heimat unwiederbringlich verlieren und darüber hinaus noch eine Menge Lasten zu tragen haben wie die Entschädigungsverhandlungen und die Schaffung einer neuen Heimat, die aber auch bis zur Umsiedlung die Belastungen des nahen Tagebaues wie Lärm oder Feinstaub ertragen müssen. „Und da”, so der Pfarrgemeinderat in seiner Erklärung weiter, „sind diejenigen, die jetzt, bald und zukünftig, direkt vom Tagebaubetrieb betroffen sind.

Durch Lärm, durch Feinstaub, durch Grundwasserabsenkung, durch Radioaktivität. Richtig, diese Menschen behalten natürlich ihre Heimat; und sind dennoch betroffen. In unserer Pfarre, Stadt sind beide Schicksale vertreten. Man muss sie unterscheiden, um ihnen gerecht zu werden, aber wir wollen sie keinesfalls trennen. Auch jetzt wollen wir solidarisch bleiben”.

Die Folgen des Tagesbaus

Die gelben Bänder, die zu Schleifen gebunden an den Kirchen, Kapellen, Pfarrheimen aufgehängt werden, sollen genau daran erinnern. „Der Tagebau ist nicht folgenlos für unsere Heimat, unsere Gesellschaft und unsere Gesundheit. Das müssen wir weiterhin ernst nehmen”, so die Mitglieder des Pfarrgemeinderates in ihrer gemeinsamen Erklärung abschließend.
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