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Kindliche Hirne suchen Herausforderungen

Von: mabie
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Sie nahmen die 265 Realschullehrer aus dem ganzen Kreis Heinsberg in Empfang (v.l.n.r.): Peter Pauli, Benno Engels, Michael Fritz, Dr. Katrin Hille, Karin Viethen, Hans Heinrichs, Willi Schmitz, Regierungsschuldirektorin Helga Jarosch und Angelika Lafos. Foto: Markus Bienwald

Kreis Heinsberg. Was machen Lehrer eigentlich nachmittags? Sie arbeiten! Das galt besonders für 265 Realschullehrer aus dem gesamten Kreis Heinsberg, die jetzt zu einer Fortbildung in die Realschule Geilenkirchen kamen. Thema in der Aula der Schule am Gillesweg war die individuelle Förderung. Speziell die Lernforschung als Impuls, den Unterricht weiterzuentwickeln, stand auf dem Stundenplan der Pädagogen.

In enger Zusammenarbeit mit dem Transferzentrum für Neurowissenschaft und Lernen der Universität Ulm wurden neurowissenschaftliche Grundlagen des Lernens erarbeitet. „Wie lernt das Gehirn und was heißt das für Schule und Schulleitung?” war eine der als Frage formulierten Überschriften. In kurzweiligen Blöcken wurden wichtige Grundlagen vermittelt.

Dazu referierten Dr. Katrin Hille und Michael Fritz von der Leitung des Transferzentrums. Sie waren mit ihrem Vortrag „Selbst ständig lernen - Hirnforschung und Schulpraxis” nach Geilenkirchen gekommen. Und dabei vermittelten sie gekonnt Erkenntnisse aus der Hirn- und Lehrforschung. „Neurowissenschaft an sich kann uns nichts Neues über Lernprozesse sagen, sie kann uns aber Daten und Fakten nennen”, stellte Michael Fritz, seines Zeichens ehemaliger Leiter einer Hauptschule, heraus.

Ergänzt durch Bilder und Beispiele von Hirnmodellen, die Dr.Katrin Hille vorstellte, entwickelte sich so im Laufe des Nachmittags ein ganzheitliches Bild von Lernen und Denken. So erfuhren die Lehrer, wann und wo im Gehirn gelernt wird, welche Auswirkungen emotionale Bindungen zwischen Schülern und Lehrenden haben können oder auch, wie Lernprozesse wirkungsvoll und nachhaltig gestaltet werden können.

Wesentliche Leitsätze des Lernens waren schon immer, dass Reizdarbietung allein nicht ausreicht, das Hirn aus Erfahrung lernt, Lernen Aktivierung durch möglichst positive Emotionen braucht, das Lerntempo durch Selbstbestimmung steigt sowie die Verarbeitungstiefe entscheidend für den Lernerfolg ist. Diese „Binsenweisheiten” wurden durch neurowissenschaftliche Bezüge nun transparent und nachvollziehbar. Durch den Vortrag der beiden Referenten bekamen die Realsschullehrer einen viel tieferen Einblick in die Mechanismen des Lernens als zuvor.

Als wesentliches Fazit am Ende eines langen Lehrertages stand fest, dass kindliche Hirne nachweisbar Herausforderungen und Anregungen suchen. Sie lernen gerne und tun das vor allem in einem Umfeld, das Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung unterstreicht.

So würden, da waren sich Vortragende und Zuhörer sicher, Experimentierfreude und Neugierde auf das Leben nicht nur vermittelt, sondern auch gestärkt. Aufgabe der Schulen wird es nun sein, diese Erkenntnisse in möglichst optimalen Unterrichts- und Lernbedingungen umzusetzen.
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