Heinsberg-Oberbruch - Kernflächensanierung im Industriepark Oberbruch hat begonnen

Kernflächensanierung im Industriepark Oberbruch hat begonnen

Von: Rainer Herwartz
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Der Abrissbagger holt zum ents
Der Abrissbagger holt zum entscheidenden Schlag aus. Bald wird vom ehemaligen Enka-Gebäude im Industriepark Oberbruch nichts mehr übrigbleiben. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg-Oberbruch. Dass ein Bagger eine Zäsur setzt, ist eher ungewöhnlich. Doch im Industriepark Oberbruch ist genau dies am Donnerstag geschehen. Mit der Abrissschaufel markierte er am ehemaligen Enka-Gebäude den Scheidepunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die Kernflächensanierung hat begonnen.

Mit rund 6,1 Millionen Euro durch das Wirtschaftsministerium NRW und die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur” gefördert, wird die Industriepark Oberbruch Projektgesellschaft neue, moderne Ansiedlungsflächen für Unternehmen schaffen. Versiegelte und brachliegende Industrieflächen werden vollständig saniert und Altlasten beseitigt. Spätestens im Jahr 2014 sollen die Arbeiten beendet sein.

Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder begrüßte zum Start der Restrukturierungsmaßnahme neben zahlreichen Vertretern aus Politik und Wirtschaft auch Regierungspräsidentin Gisela Walsken aus Köln und Ministerialdirigent Dr. Michael Henze vom Wirtschaftsministerium. „Mit einer Förderquote von 90 Prozent werden Industrieflächen bester Qualität von etwa 4,1 Hektar geschaffen”, erklärte Dieder. Vor über 100 Jahren war mit der Gründung der Vereinigten Glanzstoff-Fabriken der Grundstein des Industrieparks Oberbruch als chemischer Industriepark gelegt worden. Doch die Zeiten änderten sich. „Im Rahmen des Strukturwandels am Standort sind die Unternehmen der klassischen chemischen Industrie, wie die damaligen Betriebe Enka und Kuag, sozusagen weggebrochen”, erläuterte der Bürgermeister. Die Projektgesellschaft, gegründet durch die Nuon Energie und Service GmbH und die Stadt Heinsberg, habe seit 2002 „viel bewegt”, um den Standort zu erhalten. Derzeit befinden sich 18 Unternehmen mit etwa 1500 Mitarbeitern im Industriepark.

„Mit den Arbeiten für den Bau der neuen Energietrasse haben wir bereits begonnen”, berichtete Josef Minkenberg, Geschäftsführer der Projektgesellschaft, über Planungs- und Durchführungsdetails. „Sie ist vonnöten, da zahlreiche Energieleitungen und Kanäle noch durch das alte Gebäude verlaufen.” Anfang 2013 werde dann mit den eigentlichen Abriss- und Altlastensanierungsmaßnahmen begonnen. Bis zur Einebnung des gesamten Gebäudekomplexes werden rund 120.000 Kubikmeter umbauter Raum verschwunden sein. Außerdem werden rund 60 bis 70.000 Kubikmeter Boden ausgetauscht. Auch eine 500 Meter lange Zufahrtsstraße wird entstehen. Am Ende seien Neuansiedlungen von der Papier- bis zur Gelatineherstellung oder vom Rechenzentrum bis hin zur Lebensmittelindustrie denkbar, hieß es.

„Träumen, trauen, tun! Das ist der Grund, warum wir heute hier zusammen gekommen sind”, meinte denn auch der Geschäftsführer der Nuon Energie und Service GmbH, Ivo Verdonkschot. „Träumen von einer neuen Zukunft, mit neuen Arbeitsmöglichkeiten, mehr Wohlstand und mehr Innovation. Sich trauen, in Chancen und nicht in Risiken zu denken - darum geht es am heutigen Tag.” Ein wesentlicher Standortvorteil des Industrieparks liege in der umfassenden industriellen Infrastruktur. Und gerade die Enka-Fläche sei wegen der Nähe zum vorhandenen Gas- und Dampf-Kraftwerk für energieintensive Kunden interessant. „Die Realisierung der Freiflächenerschließung ist ein Paradebeispiel für die gute Zusammenarbeit von Stadt Heinsberg und Nuon.”

Dem konnte sich Regierungspräsidentin Gisela Walsken nur anschließen. Ihre Begeisterung für das Projekt Restrukturierung mündete in dem Bekenntnis, als Schirmherrin fungieren zu wollen. „Ich gehe davon aus, dass wir mit den 6,1 Millionen Euro wichtige Impulse setzen. Ich hoffe, dass meine Unterschrift unter dem Zuwendungsbescheid Glück bringt.” Ihre Zuversicht resultiert auch aus der Erkenntnis, dass Heinsberg längst kein Grenzgebiet mehr sei, sondern im Herzen Europas liege.

Ministerialdirigent Dr. Michael Henze war ohnehin der Ansicht, dass aus Grenzen Schnittstellen würden. Und aus der Schnittstelle von Chemie und Energie entwickele sich in Oberbruch der Fortschritt. „Wenn hier heute der Bagger fährt, dann werden hier übermorgen Kräne stehen und Arbeitsplätze entstehen.” Vielleicht trägt ja auch sein Versprechen dazu bei, dass die Förderungen im Rahmen der Interreg-Mittel zukünftig steigen.
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