Erkelenz-Keyenberg - Keine Ansiedlung auf der „grünen Wiese”

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Keine Ansiedlung auf der „grünen Wiese”

Von: hewi
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Zu einer Informationsveranstaltung zur Umsiedlung der Erkelenzer Stadtteile Keyenberg, Kuckum, Unter- und Oberwestrich sowie Berverath hatte die Stadt Erkelenz in die Keyenberger Mehrzweckhalle eingeladen. Die Bürger erhielten in der überfüllten Halle Informationen zum Braunkohlenplanverfahren und zur Bürgerbeiratswahl. Bürgermeister Peter Jansen (links) führte in die Informationsveranstaltung ein. Foto: Dahmen

Erkelenz-Keyenberg. Rund 1600 Personen müssen in den kommenden Jahren ihre Häuser verlassen. Jetzt gab es eine erste Informationsveranstaltung für die Betroffenen.

Zu der Informationsveranstaltung zur Umsiedlung der Erkelenzer Stadtteile Keyenberg, Kuckum, Unter- und Oberwestrich sowie Berverath hatte die Stadt Erkelenz in die Keyenberger Mehrzweckhalle eingeladen.

Mitte Dezember entscheidet die Bezirksregierung über das Planverfahren. Daher habe die Stadt früh genug zu einer Information der Betroffenen eingeladen, wie Bürgermeister Peter Jansen erklärte. „Man muss sich früh aufstellen und auf das Unausweichliche vorbereiten.” Daher sei auch größtmögliche Transparenz wichtig.

Aus der ersten Umsiedlungsphase, die Immerath, Lützerath, Pech und Borschemich betrifft, habe man viel gelernt und Erfahrungen gesammelt. In diesem Zusammenhang lobte der Bürgermeister die Arbeit der Bürgerbeiräte und warb für die Mitarbeit im Beirat, der Anfang 2011 für die betroffenen Ortschaften gewählt wird.

Auf die Betroffenen komme eine große emotionale Belastung zu, da man gezwungen sei, sein ganzes Leben zu verändern und Entscheidungen zu treffen, die in rund zehn Jahren wirksam werden. Die Stadt werde die Bürger und den Beirat unterstützen und den schwierigen Weg der nächsten Jahre gemeinsam mit den Betroffenen gehen.

Der Beirat wird aus 17 Mitgliedern und 17 Stellvertretern bestehen. Er setzt sich paritätisch aus der Einwohnerzahl der Ortschaften zusammen. So entfallen zum Beispiel auf Keyenberg mit 877 Einwohnern neun Plätze, auf Unter- und Oberwestrich mit 159 Einwohnern zwei Plätze.

Die Vertreter der jeweiligen Orte besitzen im Beirat Sperrminorität, wenn es um Fragen und Belange ihres Ortes geht. In den Beirat gewählt werden kann jeder ab 16 Jahren, der seinen ersten Wohnsitz in einem der Orte hat. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre.

Der technische Beigeordnete Ansgar Lurweg und der erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen präsentierten die Fakten zur Umsiedlung. Seitens des Landes gebe es schon klare Richtlinien über die Umsiedlungsstandorte, betonte Lurweg.

So werde eine Anbindung der neuen Ortschaften an bestehende favorisiert, wie es mit Immerath (neu) bei Kückhoven geschehen sei. Die nun betroffenen Ortschaften sollen nachbarschaftlich umgesiedelt werden, wodurch auch die gewachsenen sozialen Bindungen und die Infrastruktur erhalten bleiben sollen.

Gemeinsam würden die Ortschaften aber die erforderliche 2000er-Marke nicht schaffen, die für einen völlig neuen Standort in Erkelenz benötigt würde. „Neuansiedlungen auf der grünen Wiese werden nicht genehmigt”, betonte Lurweg. Über die verschiedenen Modelle der gemeinsamen Umsiedlung als Ortsangliederung müsse noch diskutiert werden. Die Entscheidung über den neuen Standort werde gemeinsam getroffen.

Der erste Beigeordnete Gotzen erklärte noch einmal die Funktion des Bürgerbeirates, zu dessen Wahl im Februar aufgerufen wird. Er ist Bindeglied zwischen Bürgern und Verwaltung sowie Sprachrohr der Betroffenen bei den Planungen und Verhandlungen. Ziel der Arbeit sei auch eine möglichst hohe Umsiedlungsquote vom alten an den neuen Standort.
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