Kreis Heinsberg - Katholikenrat fordert: Wahlrecht wahrnehmen!

Katholikenrat fordert: Wahlrecht wahrnehmen!

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Kreis Heinsberg. Der Katholikenrat der Region Heinsberg hat die wahlberechtigten Bürger aufgerufen, ihr Wahlrecht bei den Europa- und Kommunalwahlen am kommenden Sonntag, 25. Mai, aktiv wahrzunehmen.

„Häufig ist von einem Rückgang der Bereitschaft zur Übernahme und Ausführung von sogenannten Christenpflichten die Rede. Einerseits ist betrüblich festzustellen, dass dies in vielen Bereichen der Realität entspricht. Andererseits kann dies kein Grund sein, die einem mündigen Christen obliegenden und mit seinem Bekenntnis zu christlichen Werten zwangsläufig verbundenen Pflichten auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens endgültig und umfassend zu den Akten zu legen. Vielmehr müssen wir uns veranlasst sehen, als mündige Bürger eine Wahlentscheidung zu treffen und durch die Wahrnehmung dieser Entscheidungsmöglichkeit politisches Leben positiv zu beeinflussen. Insofern geht es dem Katholikenrat der Region Heinsberg – als dem auch in die Öffentlichkeit hinein wirkenden Laiengremium der Katholischen Kirche – nicht darum, durch eine bestimmte Stellungnahme die Wahlentscheidung eines jeden Christen zu Gunsten einer bestimmten Partei zu beeinflussen. Vielmehr geht es darum, mit dem Aufruf zu einer aktiven Mitwirkung am politischen Geschehen zwei Aspekte in den Vordergrund zu rücken“, erklärte Lutz Braunöhler, Vorsitzender des Katholikenrates.

Durch das geltende Verhältniswahlrecht würden extremistische Parteien, deren Stimmenanteil in absoluten Zahlen zu vernachlässigen sei, gerade dann besonders begünstigt und unverhältnismäßig aufgewertet, wenn die Wahlbeteiligung auf ein niedriges Niveau rutsche. Es führe daher zu einem der wahren demokratischen Einstellung der Mehrzahl der Bürger entsprechenden Widerspiegeln der politischen Verhältnisse, wenn durch eine hohe Wahlbeteiligung auch erreicht werde, dass extremistischen Parteien die Möglichkeit der politischen Mitwirkung und Willensbildung entzogen werde.

Die Wahlkampfkostenerstattung bedeutet nach Einschätzung des Katholikenrates auch für extremistische Parteien ein wesentliches Reservoir zur Füllung der Parteikassen und damit zur Finanzierung ihrer missbilligenswerten Aktivitäten. Es diene daher auch der Beschneidung der Finanzmittel dieser Parteien, wenn durch die aktive Wahrnehmung der Bürger- und Christenpflicht zur Teilnahme an Wahlen die Ausuferung von extremen Tendenzen nachhaltig eingedämmt werde.

Patentrezepte gegen Emotionen schürende Aussagen und christlichen Moralvorstellungen widersprechende Verhaltensweisen von Extremisten gebe es leider nicht, bedauert der Katholikenrat. Der Gang zur Wahlurne sei aber ein wirksames Mittel zur Ausgrenzung von Personen, die Derartiges unterstützen und billigen würden. Und mit dem Gang zur Wahlurne lasse sich ebenso wirksam verhindern, dass menschenverachtende Politik eines Tages wieder möglich werde. „Wer von seinem Wahlrecht keinen Gebrauch macht, trägt indirekt zu einer Stärkung der extremistischen Parteien bei – in politischer und auch in finanzieller Hinsicht“, so der Katholikenrat.

Noch in den 60er-Jahren hätten Pfarrer vor Wahlen einen Wahlaufruf von der Kanzel so formuliert: „Wählt christlich!“ Damit hätten sie eine Wahlaussage zugunsten einer bestimmten Partei verbunden. Die Aussage stimme auch heute noch – allerdings mit einem anderen Inhalt. Auch der Katholikenrat der Region Heinsberg fordere die Wähler auf: „Wählt christlich!“ Er verbinde damit die Forderung an die wahlberechtigten Bürger, sich im Wahl- und Wählerverhalten an christlichen Grundwerten zu orientieren.

Lutz Braunöhler appellierte an die Wähler: „Nehmen Sie Ihr Wahlrecht ernst und nehmen Sie dieses auch tatsächlich wahr. Geben Sie Ihre Stimme einer demokratischen Partei und erteilen Sie extremen Parteien damit eine Absage. Christlich wählen bedeutet heutzutage, eine Partei zu unterstützen, die christlichen Werten verbunden und verpflichtet ist und insofern kommen nur solche Parteien in Betracht, die demokratischen Grundsätzen genügen und christliche Werte nicht hintenan stehen lassen.“

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