Junge Menschen helfen musizierend

Von: mabie
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Sie teilen die Vorfreude auf gleich zwei Benefizkonzerte in Übach-Palenberg: Dr. Bernd Bierbaum vom Verein „Wir für Ruanda“, Hanns-Paul Jouck von den Freunden der Kammermusik sowie Cellist und Mitorganisator ­Simon Peschen (v.l.). Foto: Markus Bienwald

Kreis Heinsberg. Sein halbes Leben lang spielt Simon Peschen schon Cello. Nun ist der junge Mann aus der Stadt Übach-Palenberg zwar erst 18 Jahre alt, doch ist sein Interesse für die klassische Musik sicherlich nicht gewöhnlich für Menschen in seinem Alter.

„Ich habe mal mit der Blockflöte angefangen“, erzählt er, seine Mutter Susanne Peschen, die als Sopranistin unterwegs ist, hat sicherlich auch ihren Teil dazu beigetragen, dass Simon schon einige Konzerte besucht hat. Doch am Samstag, 5. April, und Sonntag, 6. April, wagt er sich einen Schritt weiter. „Dann werde ich gemeinsam mit 14 anderen jungen Musikern auf der Bühne von Schloss Zweibrüggen stehen“, sagt er. Und freut sich, denn erstmals hat er auch bei der Organisation des Events mitgewirkt, was ihn nach eigenen Worten zwar doch einige Mühe gekostet hat, sich aber auf jeden Fall gelohnt hat. „Vorher hatte ich überhaupt keine Erfahrung damit, aber Spaß macht es allemal“, sagt Simon. Zusätzlich wird er noch mit einem selbst komponierten Stück dabei sein, was die Spannung auf die beiden Auftritte natürlich nochmal erhöht.

Dafür, dass es an gleich zwei Terminen im Übach-Palenberger Schloss Zweibrüggen rundläuft, sorgt auch Hanns-Paul Jouck von den Freunden der Kammermusik. Als Veranstalter freuen sie sich besonders, dass die 15 Musiker im jugendlichen und jungen Erwachsenenalter mit Violine, Panflöte, Gesang, Klavier, Cajon, Blockflöten und Cello gleich zweimal auf die Bühne wagen. „Wir freuen uns schon darauf“, so Jouck, der mit den Planungen schon sehr frühzeitig begonnen hat.

Benefizkonzerte haben für den Vorsitzenden schon eine lange Tradition. „Wir von den Freunden der Kammermusik machen das seit 1980“, sagt er, so kamen im Laufe der Jahre weit über 80 Konzerte zustande, die alle einem guten Zweck zugedacht waren. „Das Benefizkonzert hat eine tolle Tradition, und wir freuen uns, dass nun junge Menschen aus dem gesamten Kreis Heinsberg, der Stadt und Städteregion Aachen und sogar aus Köln zu uns kommen, um für den guten Zweck zu spielen“, schließt Jouck.

Der gute Zweck ist in diesem Jahr der Verein „Wir für Ruanda“, der schon 20 Jahre besteht. „Im Laufe der Jahre wurden wir schon öfter von den Freunden der Kammermusik bedacht“, freut sich Vorsitzender Dr. Bernd Bierbaum.

Neben der Musik gibt es am ­ersten April-Wochenende im Schloss aber noch mehr zu sehen. „Wir werden dann eine Ausstellung mit Bildern des Aachener ­Fotografen Pit Siebigs zeigen“, so Bierbaum. 20 großformatige Bilder, die unter anderem auch in Kalenderform zugunsten des Vereins zu erstehen sind, werden dann im Schloss Zweibrüggen die Geschichten aus Ruanda erzählen. „Wir versuchen, seit 20 Jahren den Teufelskreis zu durchbrechen, den Kinder mit einer geistigen Behinderung in Ruanda am eigenen Leib erfahren müssen“, so der erfahrene Helfer weiter.

Traditionell würden kranke und vor allem geistig behinderte Kinder samt ihren Familien aus dem sozialen Gemeindeleben ausgestoßen, weiß Bierbaum zu berichten. „Sie sind Geächtete, die Ärmsten der Armen.“ Da setzt seit 20 Jahren der Verein „Wir für Ruanda“ an, unter anderem mit dem aktuellen Projekt, einem Ausbildungszentrum für Kinder mit geistiger Behinderung. Seit 2011 wurden dort nicht nur die ersten acht Sonderschullehrer überhaupt im zentralen Afrika ausgebildet, den betroffenen Kindern wurde mit der Arbeit des Vereins auch eine zweijährige Grundrehabilitation ermöglicht, um sie in bestehende Grundschulen eingliedern zu können.

„Das ist eine tolle Arbeit“, findet auch Simon Peschen, der für solch ein gutes Ziel natürlich sehr gerne noch mal ein paar Extrastunden mit dem Cello einplant.

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