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Junge Frauen nehmen ihr Leben in die Hand

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Kreis Heinsberg. Die Palette der Gründe, die im Jahr 2009 dazu führten, dass acht Frauen aus der Region neu in die Wohngruppe des Kreisverbandes Heinsberg der Arbeiterwohlfahrt aufgenommen wurden, war wieder breit gefächert.

Konflikte mit dem Elternhaus, Arbeitslosigkeit und ungesicherte finanzielle Verhältnisse, psychische Probleme und Sucht, Trennung vom Lebenspartner aufgrund von Gewalterfahrungen gehörten dazu. In der Wohngruppe konnten die überwiegend 18- bis 25-Jährigen zusammen mit bereits fünf der dort lebenden Frauen neue Verhaltensweisen erlernen und stabilisieren, Hilfe bei der Bewältigung ihrer besonderen sozialen Schwierigkeiten und beim Aufbau einer eigenständigen Lebensführung erfahren.

Wie die AWO-Frauenwohngruppe in ihrem Jahresbericht jetzt bilanzierte, wagten elf der insgesamt 13 Frauen mittlerweile wieder den Schritt in die Eigenständigkeit: Fünf bezogen ein eigenes Zuhause, fünf andere Frauen zogen zu ihren Lebenspartnern, eine ging zurück zu ihren Eltern. Von den 13 Frauen waren zehn ohne Berufsausbildung, eine Frau holte während dem Aufenthalt in der Wohngemeinschaft den Hauptschulabschluss nach, eine andere schaffte den Realschulabschluss.

„Je länger die Frauen bei uns in der Gruppe die Chance nutzen, sich sozial wieder zu integrieren und aktiv an der Bewältigung ihrer Probleme mitzuarbeiten, desto besser finden sie sich später auch alleine zurecht”, hat Diplom-Sozialpädagogin Gaby Gontrum, die Leiterin der Wohngruppe, aus Rückmeldungen früherer Wohngruppenmitglieder erfahren.

Die Verweildauer in der mit drei Zweibettzimmern, Wohn- und Esszimmer sowie Küche ausgestatteten Wohnung in Heinsberg an der Hochstraße lag zwischen zwei und 19 Monaten.

Während dieser Zeit lernten die Frauen in Gruppengesprächen, offen über ihre Probleme zu sprechen, sich Kritik zu stellen und eine neue Wahrnehmung von Fremd- und Selbstbild zu erfahren. „Gemeinsam eingenommene Mahlzeiten, Freizeitgestaltung sowie die gemeinsame Instandhaltung der Wohngruppe geben den Frauen ein Stückchen Normalität zurück und lassen eine familiäre Atmosphäre entstehen”, erläuterte Gaby Gontrum. Neben der Gruppenarbeit kommen auch die Einzelgespräche nicht zu kurz. Da wird den Hilfesuchenden individuelle Beratung in Fragen der praktischen Lebensführung sowie bei allen Behördenangelegenheiten gegeben. Von der Schuldnerberatung bis zur Vermittlung von Spezialkliniken - zum Beispiel bei Suchtproblematik - reicht das Spektrum der Hilfsangebote.

Eine enge Kooperation mit Behörden und Institutionen ist dabei selbstverständlich. Aufgenommen werden nur volljährige Frauen ohne Kinder, die aktiv an einer eigenen Lebensführung arbeiten wollen. Die Frauenwohngruppe ist unter der Telefonnummer 02452/24410 zu erreichen.
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