Kreis Heinsberg - Jugendschutz ist auch im Karneval unverzichtbar

Jugendschutz ist auch im Karneval unverzichtbar

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Kreis Heinsberg. In der bereits begonnenen „fünften Jahreszeit” finden wieder viele Feste und Feiern statt, an denen auch Kinder und Jugendliche teilnehmen. Die Bemühungen vieler Vereine um die Brauchtumspflege und ihre Jugendarbeit werden von der Polizei ausdrücklich begrüßt.

„Allerdings erleben Minderjährige bei vielen Erwachsenen, dass Fröhlichkeit und Alkoholkonsum anscheinend zusammengehören”, so ein Sprecher der Kreispolizeibehörde.

„Gelegentlich werden sogar unbedacht Minderjährige zum Mittrinken animiert. Der überaus sorglose Umgang mit Alkohol ist oft die Ursache für eine Vielzahl von Problemen, die von der Gesundheitsgefährdung bis zum Auslöser für Aggressivität oder Unfällen reichen. Seit Jahren wächst das Problem, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland zu früh, zu häufig und zu viel Alkohol trinken. Dabei schaden zahlreiche Eltern ihren Kindern leichtfertig, indem sie sie oft bereits mit zwölf bis 15 Jahren zum Alkoholkonsum ermuntern. Sie missachten dabei grob ihre Erziehungspflicht, nach der sie Schaden von ihren Kindern fernhalten müssen.”

Die alljährliche Kampagne der Arbeitsgruppe Jugendschutz zur Karnevalssession wird zurzeit über die Jugendämter und mit Unterstützung der Ordnungsämter umgesetzt. Poster und Flyer mit den wesentlichen Informationen zum Jugendschutzgesetz werden im gesamten Kreisgebiet verteilt.

Die Polizei weist erneut alle Verantwortlichen - Veranstalter und Wirte, Verkaufsstellen von Alkohol und alle Erwachsenen - auf einige wichtige Bestimmungen hin:

Jugendlichen unter 16 Jahren ist die Anwesenheit bei Tanzveranstaltungen nur in Begleitung eines Personensorgeberechtigten oder Erziehungsbeauftragten gestattet. 16- und 17-Jährige dürfen ohne Begleitung bis 24 Uhr bleiben. Disco-Veranstaltungen vor Karnevalstagen gelten als gewerbliche Tanzveranstaltungen. Daher gelten da ebenfalls die genannten Altersgrenzen.

Die Abgabe von Branntwein und branntweinhaltigen Getränken an Kinder und Jugendliche ist verboten. Dazu gehören auch die branntweinhaltigen Mixgetränke, wie sie zum Beispiel mit Wodka oder Rum in Kleinflaschen oder als sogenannte Alcopops mit süßem, limonadeähnlichem Geschmack immer mehr Verbreitung finden. Alle derartigen Getränke dürfen nicht an unter 18-Jährige abgegeben und der Verzehr in der Öffentlichkeit muss unterbunden werden. Der Verzehr von Bier und Wein oder weinhaltigen Getränken ist Jugendlichen ab 16 Jahren erlaubt.

Das Rauchen in der Öffentlichkeit darf Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht gestattet werden. Die Abgabe von Tabakwaren an sie ist ebenfalls verboten.

Zahlreiche Karnevalsgesellschaften hatten sich im November 2005 im Rahmen einer Präventionsveranstaltung unter dem Motto „Da simmer dabei, dat is prima...” zur Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen verpflichtet. Die AG Jugendschutz erinnerte jetzt diese Vereine daran, in den kommenden Veranstaltungen die Zusagen zu beachten und damit zu beweisen, dass Spaß und Freud im Rahmen der Brauchtumspflege auch ohne massive Gefährdung für die Jugend möglich ist. Sie sollten auch damit werben, dass sie im Sinne des Jugendschutzes Zeichen setzen (mit Kinderveranstaltungen ohne Rauchen oder mit ermäßigten Preise für alkoholfreie Getränke).

In mehreren Städten im Kreisgebiet werden nicht nur von der Polizei, sondern auch von den anderen zuständigen Behörden während der Karnevalstage besondere Kontrollen vorgenommen.

Weitere Informationen - auch zu anderen Themen des Jugendschutzes - erhalten interessierte Bürger bei ihrem Jugendamt oder beim Jugendbeauftragten im Kommissariat Vorbeugung der Kreispolizeibehörde Heinsberg.
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