Jugend debattiert mit Politikern über Bildung, Energie und Sicherheit

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Kreis Heinsberg. Viele Zuhörer hätten in der Aula des Hückelhovener Gymnasiums noch einen Platz gefunden, als dort eine Politikveranstaltung der besonderen Art stattfand.

Abwechslungsreich und packend verliefen die fünf Debatten zu den Themen Verkürzung der Schulzeit am Gymnasium, Genetischer Fingerabdruck, Verstaatlichung der Energieversorgung sowie Abschaffung des Kindergartenbeitrags und der Studiengebühren.

Zu jeder Streitfrage standen sich ein Schüler und ein Landtagskandidat gegenüber. Die Politiker hatten sich im Vorfeld ihre Position auswählen dürfen. Die Schüler übernahmen die jeweilige Gegenposition, um die Argumente der Parteienvertreter kritisch zu prüfen.

Dabei erwiesen sich die fünf Schüler - allesamt Teilnehmer am Regionalwettbewerb „Jugend debattiert” - als kompetente und standfeste Gesprächspartner.

Als Maria Wagner von der Betty-Reis-Gesamtschule in der Debatte um die Abschaffung des Kindergartenbeitrags mit der Zahl der benötigten Erzieherinnen und den damit verbundenen Ausbildungs- und Qualifizierungskosten aufwartete, zollte ihr Ulla Meurer spontan Respekt: „Maria, Sie sind wirklich gut vorbereitet!”

Auch Marc Winkens vom Gymnasium Hückelhoven forderte sein Gegenüber René Stegemann von der FDP mit Hinweisen auf aktuelle Fahndungserfolge durch groß angelegte DNA-Proben heraus. Der Hinweis, dass der Gleichstellungsgrundsatz von Mann und Frau im Grundgesetz aber eine alleinige Gen-Probe bei Männern nicht zulasse, war jedoch ein schlagfertiges Argument von Politikerseite.

Nach jeder Debatte hatte das Publikum fünf Minuten Zeit, Fragen an die Politiker zu stellen. Das Schülerbeispiel auf der Bühne hatte wohl den Mut der Zuhörer geweckt, sodass zu jedem Thema rege nachgefragt oder kommentiert wurde.

Dabei gewannen auch die aktuellen Landtagskandidaten einige Erkenntnisse. Dr. Gerd Hachen (CDU) verwies auf seine Notizen und sagte: „Ich habe hier heute einiges gehört, das ich meinen Kollegen im Schulausschuss mitteilen werde.”

Aufgrund der guten Vorbereitung und Rhetorik der Schüler gelang es, die wichtigsten Informationen und Aspekte der Themen herauszustellen.

Für Dr. Ruth Seidl von den Grünen war es „die anspruchsvollste Veranstaltung, die ich im ganzen Wahlkampf erlebt habe”. Und Olaf Renner von der Partei Die Linke machte den Vorschlag, diese Veranstaltung nicht nur im Wahlkampf, sondern auch nach den Wahlen einmal im Jahr durchzuführen. Organisator und Moderator Guido Rütten nahm den Vorschlag gerne entgegen. „Wenn sich herumspricht, dass wir mit ,Jugend debattiert´ eine interessante und spannende Veranstaltung anbieten, werden irgendwann auch mehr Zuschauer kommen und mitdiskutieren.”

Es wurde jedenfalls eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass „Jugend debattiert” mit Recht als ein Erfolgsmodell für politische Gesprächskultur gilt.
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