Erkelenz - Johanniter-Stift: Bewohner stellen Ringelblumensalbe her

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Johanniter-Stift: Bewohner stellen Ringelblumensalbe her

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Die Bewohner stellen nach der
Die Bewohner stellen nach der Anleitung von PTA Hannah Bachmann ­­(2. v. r.) Ringelblumensalbe her. Foto: koe

Erkelenz. Ein merkwürdiger Duft liegt in der Luft im Restaurant des Johanniter-Stifts Erkelenz. Es riecht vermischt nach Rosen, Lavendel und Zitrone.

Rund um eine Tischreihe sitzen 15 Bewohner und rühren mal rechts und mal links herum in einem kleinen Gefäß, den Blick nicht von Hannah Bachmann, pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) der Hirsch-Apotheke Kühle, abgewandt, die an einem Tisch mit einem Wasserkocher, Mörser und diversen Gefäßen, Ringelblumensalbe herstellt. Die Szenerie erinnert ein wenig an ein Laboratorium.

"Auslöser für diese Aktion war unsere Bewohnerin Gerda Weiss", erzählt Gaby Kerst vom Sozialen Dienst. Über 50 Jahre habe die Bewohnerin selbst zu Hause Ringelblumensalbe und -öle hergestellt. "Und da bei mir im Garten auch viele Ringelblumen wachsen, kamen wir auf die Idee, hier im Haus die Salbe zu machen", so Kerst.

Leider dürfe man Ringelblumen nur bei Sonnenschein pflücken, ergänzt Gerda Weiss. "Sonst verlieren sie ihre Kraft und Wirkung." Heute habe es jedoch geregnet. Doch es gebe eine Alternative, sagt Gaby Kerst.

"Wir machen die Ringelblumensalbe so wie die Apotheke." Das sei für sie auch etwas Neues, sagt Gerda Weiss erfreut. Sie und die anderen Bewohner verfolgen gespannt, wie Hannah Bachmann konzentriertes Ringelblumenöl nimmt und dieses in eine fettreiche Salbengrundlage, die zuvor über einem heißen Wasserbad angewärmt wurde, gibt.

Bewohnerin Hanni Remmert assistiert ihr dabei und vermischt zu-nächst für eine erste Probe 17,5 Gramm Salbe mit 20 Gramm Öl. Dann werden die Mengen jedoch verdoppelt und verdreifacht. Reihum werden Porzellanschüssel-chen mit der Salbe herumgereicht und durchgerührt.

Schließlich gibt die pharmazeutisch-technische Assistentin noch Lavendel, Rose und Zitrone als Geruchsnote zur fertigen Salbe.
Zwischendurch schneiden die Bewohner in Anlehnung an das traditionelle Verfahren einige gelbe und orange Ringelblumen, die Gaby Kerst dennoch mitgebracht hat.

Mit einer Schere wird die komplette Blüte klein geschnitten. Und Gerda Weiss erklärt, dass die geschnittenen Blüten ein geschmackvoller Brotbelag seien. Zudem könne man auch Tee mit ihnen aufschütten, sagt sie.

Gleichzeitig nennt sie die Vorzüge der Ringelblumensalbe. "Die Salbe ist gut für die Haut, besonders die Füße", so Gera Weiss. Sie nehme sie auch, wenn sie sich einmal verbrannt habe. Und das Ringelblumenöl sei ebenfalls gut für Haut und Haare, ergänzt sie.

Schließlich füllen Hannah Bachmann und Hanni Remmert die fertige Salbe in kleine Döschen von 20 Gramm ab. Jedes Döschen erhält noch ein Etikett mit dem Herstellungsdatum, dem Namen des Bewohners und dem Hinweis "6 Monate verwendbar".

Dann werden die Salben verteilt, nachdem sich zuvor die Bewohner für ihre ganz persönliche Geruchsnote entschieden hatten.
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