Jäger verurteilen das Töten von Greifvögeln

Von: hama
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Kreis Heinsberg. Dr. Heiner Breickmann, Veterinärmediziner aus Gangelt, steht als Vorsitzender an der Spitze der rund 1000 Jäger, die in der Kreisjägerschaft Heinsberg zusammengeschlossen sind. Die Kreisjägerschaft habe sich bisher bewusst mit einer Stellungnahme zu den gegen die Jäger erhobenen Vorwürfen im Zusammenhang mit der Greifvogelverfolgung zurückgehalten, da bislang noch keine verwertbaren Ergebnisse aus den nötigen Untersuchungen vorgelegen hätten, so Breickmann.

Unter anderem waren an zwei relativ nahe beieinander liegenden Stellen in einem Revier in Geilenkirchen zwölf verendete Greife gefunden worden. Polizei und Veterinäramt wurden als zuständige Behörden eingeschaltet und die Tiere zwecks Feststellung der Todesursache zur Sektion ins Veterinäruntersuchungsamt nach Krefeld gebracht. Von allen Vögeln wurden dort Proben genommen, die zu weiterführenden toxikologischen Untersuchungen in ein Speziallabor geschickt wurden.

„Abgesehen davon, dass immer noch einige Untersuchungsergebnisse ausstehen, teilte uns das Veterinäramt auf Nachfrage mit, dass bei fünf der gefundenen Greife eine Vergiftung mit Carbofuran vorgelegen hat”, so Breickmann. Carbofuran sei ein Insektizid für den Pflanzenschutz, das aber nicht zugelassen und dessen Anwendung verboten sei. Carbofuran sei sehr giftig.

Die bisherigen Erkenntnisse würden demnach den Schluss zulassen, dass irgendjemand vergiftete Köder ausgelegt habe. Diese seien von einigen Greifvögeln angenommen worden seien, die an dem Verzehr eingegangen seien. Bislang gebe es aber keinerlei Erkenntnisse zu der Frage, wer für diese Straftaten verantwortlich sei. Demnach liege natürlich auch kein Hinweis darauf vor, dass diese Vergiftungsfälle durch Jäger herbeigeführt worden seien.

„Als Vorstand der Kreisjägerschaft legen wir Wert auf die Feststellung, dass allen Jägern bewusst ist, dass ein Töten von Greifvögeln, egal mit welchen Mitteln, einen Gesetzesverstoß gegen geltende deutsche Gesetze darstellt und zu Recht mit hohen Strafen bewehrt ist”, betonte Breickmann. Seit vielen Jahren sei der Schutz der heimischen Greifvögel fester Bestandteil des Unterrichts in den von der Kreisjägerschaft organisierten Kursen zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung. „Selbstverständlich verurteilen auch wir aufs Schärfste das Töten von Greifvögeln!”:

Auch die Jägerschaft ist nach Breickmanns Darstellung an einer rückhaltlosen Aufklärung der Taten interessiert. Man wende sich aber mit Entschiedenheit gegen die vorschnelle und durch keinerlei Fakten zu belegende Annahme, der oder die Täter stammten aus den Reihen der Jäger. Sollte es derartige „Schwarze Schafe” in den Reihen der Jäger geben, werde sich die Kreisjägerschaft aktiv an deren Überführung beteiligen. „Für derartige kriminelle Elemente ist kein Platz in der Jägerschaft.”

Nachhaltig verwahrte sich Breickmann dagegen, dass durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit die Gesamtheit der Jägerschaft unter Generalverdacht gestellt und somit in Verruf gebracht werde. Zu oft bleibe leider von der Öffentlichkeit unbeachtet, dass es die Jäger seien, die als berufene Heger und Pfleger des Wildes und des Waldes durch ihre vielfältigen Tätigkeiten gerade in Notzeiten wie in diesem Winter dazu beitragen würden, die Überlebensbedingungen des Wildes durch Schaffung von Äsungsmöglichkeiten und Einständen zu sichern.
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