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„Ist das da Kunst?” Das gelbe Rohr an der Burg wird entfernt

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Auffallend ist es schon, das gelbe Rohr an der Burg. Jetzt soll das Ubrigbleibsel einer Kunstaktion weg. Foto: Schuldei

Erkelenz. Was soll das? Was will der Künstler uns damit sagen? Ist das überhaupt Kunst? Fragen über Fragen ranken sich um eine ungewöhnliche optische Erscheinung mitten in Erkelenz. Der mächtig gemauerte Turm der Burg war über Wochen und Monate mit einem schlanken, gelben Rohr versehen, das sich über zwei Stockwerke an das Mauerwerk schmiegte.

Das sei wohl ein Fallrohr für Bauschutt, vermuteten einige Passanten, die ähnliche Konstruktionen an Baustellen gesehen hatten. Anderen Spaziergängern war der Durchmesser zu mickrig. Bauschutt nein, aber vielleicht Abwasser.

Nur die Vermutung, es könne sich um einen ultramodernen Wegweiser zu den Parkplätzen auf dem Burgparkplatz handeln, die wurde sofort verworfen. Da die Burg im Besitz der Stadt Erkelenz steht, fallen Betrieb und Wartung in deren Zuständigkeit.

Aber da kommt das nächste Problem: Wer ist zuständig für dieses gelbe Rohr, das so auffällig ist und eine vollkommen neue Perspektive auf das alte Gemäuer ermöglicht? Der Heimatverein winkt sofort ab und verweist an die Kultur GmbH.

Der Kulturmanager schüttelt nur den Kopf: Stadthalle und Leonhardskapelle ja, Burg nein. Die sei Sache des Ersten Beigeordneten Dr. Hans-Heiner Gotzen, der allerdings gar nicht zu Wort kommt. Denn da mischt sich resolut der Technische Beigeordnete Ansgar Lurweg ein. „Jetzt kommt es ab!”, sagt er entschlossen, als er nach dem kanariengelben Objekt gefragt wurde - da bleibt fast keine Zeit mehr für ein Erinnerungsfoto.

Das Schulamt ist beauftragt und setzt den Bauhof in Gang. Es wird also behördenschnell zur Umsetzung der Absicht kommen. Vor seiner Abrissentscheidung hatte Lurweg knallhart recherchiert: Bei der letzten Kunstaktion auf der Burg wurde das gelbe Rohr installiert. „Es ist nach Ende der Aktion übrig geblieben. Keiner weiß, wem es gehört und was es jetzt da soll.”

Somit ist es nun vorbei mit der modernen Kunst am alten Bau. Und in einem Jahr weiß niemand mehr, dass es überhaupt einmal ein gelbes Rohr an der Burg gegeben hat. Mal schau´n, was die nächste Kunstaktion hinterlässt.
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