„Integration funktioniert auch mit Kopftuch”

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Hückelhoven. Heute endet der Fastenmonat Ramadan, den die Muslime weltweit begehen. Einen Monat lang haben gläubige Muslime tagsüber weder gegessen noch getrunken.

Dafür traf man sich nach Sonnenuntergang mit Freunden, Nachbarn und Verwandten zum Iftaressen. So auch im islamische Gemeindezentrum an der Ludovicistraße. Dorthin hatte die Gemeinde Vertreter aus Politik und Verwaltung, aber auch Nachbarn und Freunde eingeladen.

Nach dem Gebet der Männer, zu dem die Gäste auch eingeladen waren, hatten die Gastgeber an die lange Tafel zum gemeinsamen Fastenbrechen geladen. Überschattet wurde das inzwischen 15. gemeinsame Iftaressen mit Gästen auch von der derzeitigen Diskussion um die umstrittenen Integrationsthesen und das Buch des gechassten Bundesband-Vorstandes Thilo Sarrazin.

Ein erfolgreiches Gegenbeispiel saß zwischen den Ehrengästen am Kopf der Tafel: Die Oberärztin Mücella Türker hat sicherlich alle Kriterien einer erfolglosen Integration nach Sarrazin erfüllt: Überzeugte Kopftuchträgerin, Eltern mit Migrationshintergrund, Hauptschülerin. Doch sie hat sich durchgesetzt, das Gymnasium besucht und nach einer Ausbildung zur Arzthelferin ein Medizinstudium abgeschlossen. Heute ist sie Oberärztin in einem Krankenhaus.

Ihr Bekenntnis zum Kopftuch habe ihr einige Probleme eingebracht, erklärte sie. Doch habe sie sich behaupten und durch ihr Handeln überzeugen können. Auch sie sprach sich für eine sprachliche Förderung aus, um die Integration zu ermöglichen. „Integration funktioniert auch mit Kopftuch”, lautete ihr Resümee. Dem konnte sich der CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Gerd Hachen nur anschließen. Auch er bezeichnete die „Sprachkompetenz als Grundlage der Integration”.

Der stellvertretende Bürgermeister von Hückelhoven, Dieter Geitner, erklärte, dass „Integration keine banalen Weisheiten” eines Sarrazin brauche. In Hückelhoven werde bewiesen, dass Integration funktioniere. Das gemeinsame Iftaressen sei darüber hinaus auch immer wieder eine sehr angenehme Art, sich zu treffen; eine Gelegenheit, die immer mehr Menschen wahrnehmen.
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