Innenminister ehrt Lebensretter

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In der Kölner Wolkenburg: NRW-Innenminister Ingo Wolf (Mitte) zeichnete Reimund Lankeshofer (Brüggen) und Thomas Nelsbach (Wegberg) mit Rettungsmedaillen aus. Foto: Staatskanzlei NRW/Wilfried Meyer

Köln/Kreis Heinsberg. NRW-Innenminister Ingo Wolf zeichnete am Samstag stellvertretend für Ministerpräsident Jürgen Rüttgers 27 Personen mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen aus, vier weitere Retter erhielten eine Öffentliche Belobigung.

„Es gehört Mut dazu, anderen Menschen in einer lebensbedrohlichen Notlage zu helfen. Dieser selbstlose Einsatz verdient höchsten Respekt und Anerkennung”, sagte der Minister bei der Feierstunde in der Kölner Wolkenburg. Die couragierten Bürger seien Vorbilder für eine Kultur des Hinsehens und Handelns.

Die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen wird seit 1951 für mutige Taten verliehen, bei denen Retterinnen oder Retter die Gefahr für das eigene Leben nicht scheuten, um einen anderen Menschen aus einer lebensbedrohlichen Notlage zu befreien. In den 57 Jahren wurde die aus massivem Silber gefertigte Rettungsmedaille etwa 1000 Mal verliehen und zählt damit zu den am seltensten vergebenen staatlichen Ehrungen.

Rettungsmedaillen gingen am Samstag auch an Reimund Lankeshofer aus Brüggen und Thomas Nelsbach aus Wegberg.

Am frühen Morgen des 15. Februar 2008 hatte der Betriebsleiter einer Dachziegelei in Brüggen einen Tunnelofen befeuert. In dem Augenblick kam es zu einer so schweren Explosion, dass Teile des Daches und des Mauerwerks einstürzten. Die Gasleitung wurde von der Wand gerissen, der Betriebsleiter zu Boden geschleudert und von Trümmerstücken eingeklemmt.

Eine Wolke aus Zement, Silikon und Gas nahm ihm die Luft zum Atmen. Thomas Nelsbach hörte die Explosion im Maschinenhaus. Um weitere Explosionen zu verhindern, rannte er zur Gasstation neben der Halle und schob die Gasleitung manuell zu. Dann eilte er mit seinem Kollegen Reimund Lankeshofer zum verunglückten Betriebsleiter.

Von ihm ragte nur noch der Kopf aus dem Staub, in dem er zu ersticken und zu versinken drohte. Mit bloßen Händen versuchten die beiden Männer vergeblich, den Betriebsleiter unter den Ziegelsteintrümmern herauszugraben. Sie harrten bei ihm aus bis die Rettungskräfte eintreffen. Damit er nicht erstickte, hielten sie sein Gesicht von herabrieselndem Staub und ständig nachrutschendem Schutt frei.

Die Feuerwehr konnte den Betriebsleiter mit hydraulischem Gerät befreien. Er wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Auch seine beiden Retter mussten eine Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben. Neben leichten Verletzungen hatten Staub und Gas auch ihre Lungen beschädigt.
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