Kreis Heinsberg - Inklusion bedeutet „Gesellschaft für alle“

Inklusion bedeutet „Gesellschaft für alle“

Von: hewi
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Kreis Heinsberg. Josef Neumann ist der Inklusionsbeauftragte der SPD-Fraktion im Landtag. Im Erkelenzer Lebenshilfe-Café Inclusio diskutierte er jetzt mit Menschen mit und ohne Behinderung über den Status quo der Inklusion in Nordrhein-Westfalen.

Eingeladen hatte der SPD-Bundestagskandidat Norbert Spinrath, der derzeit wieder mit seiner roten Couch von einer Veranstaltung zur anderen durch den Kreis tourt.

„Das Thema Inklusion geht uns alle an“, betonte Spinrath zur Eröffnung und verwies darauf, dass Barrierefreiheit nicht nur für Menschen mit Behinderung wichtig sei. In NRW gibt es rund 1,7 Millionen Schwerstbehinderte und knapp eine Million Menschen, die nicht alle Belange ihres Lebens selbstständig handhaben können. Dazu kommt eine Dunkelziffer psychisch Kranker. „Das ist eine gesellschaftspolitische Größenordnung“, betonte Neumann, der auf dem zweiten Bildungsweg Heilerziehungspfleger wurde und zehn Jahre lang Geschäftsführer der Lebenshilfe-Werkstatt für Behinderte in Solingen war.

Als eines seiner ersten prägenden Erlebnisse bezeichnete er den Umgang mit Menschen in Rollstühlen, die sich nicht mehr selbstständig bewegen konnten, weil sie mit Medikamenten ruhiggestellt worden waren.

Nicht „durch Schalterumlegen“

In Nordrhein-Westfalen hat sich laut Neumann eine Menge getan in Sachen Inklusion. Spinrath bezeichnete Inklusion als einen Prozess, der nicht „durch Schalterumlegen“ in Gang gesetzt werden könne. Das Problem seien nicht die Behinderten, sondern die Mehrheitsgesellschaft und deren Umgang mit ihnen. Es müsse sich die Einstellung jedes einzelnen Menschen ändern. Allerdings müsse man akzeptieren, „dass Menschen nicht so einfach mit dem Thema klarkommen“. Daher sei Inklusion an den Regelschulen und in den Kindertagesstätten der richtige Weg. Spinrath sprach sich dafür aus, die Weichen so früh wie möglich zu stellen und Kinder mit Inklusion zu konfrontieren, damit es normal werde. Werte wie Rücksichtnahme und Hilfestellung seien für die gesamte Gesellschaft gut. Inklusion bedeute „Gesellschaft für alle“ und betreffe nicht nur Menschen mit Behinderung.

In der Diskussion stellte Marlon Ermler stellte die Frage nach dem Wahlrecht für Menschen mit Behinderung. Rund 200 000 Menschen fallen in Deutschland unter das Betreuungsgesetz (Betreuung in allen Lebenslagen) und sind daher vom Wahlrecht ausgeschlossen. Auch hier müsse eine Lösung gefunden werden, betonten Spinrath und Neumann. Sie verwiesen darauf, dass Wahllokale in Deutschland barrierefrei seien und es auch mobile Wahllokale gebe. Bei Wahlen könne auf Schablonen zurückgegriffen werden, um so auch sehbehinderten Menschen das wählen zu ermöglichen.

Für barrierefreie Stimmzettel

Von gesellschaftlichen Engagement und bürgerlichen Rechten dürften Menschen mit Behinderung nicht ausgeschlossen werden, erklärte Spinrath und sprach sich für barrierefreie Stimmzettel aus.

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