Radarfallen Blitzen Freisteller

Infoabend: „Hepatitis-B-Impfung im Kindesalter wichtig”

Von: anna
Letzte Aktualisierung:
Die Referenten: Prof. Dr. Dr.m
Die Referenten: Prof. Dr. Dr.med. Frank Tacke vom Universitätsklinikum Aachen, Rolf ­Goertz von der Hepatitis-Selbsthilfegruppe Kreis Heinsberg und Dr. med. Carsten Triller vom Städtischen Krankenhaus Heinsberg (v. l. n. r.) informierten über Lebererkrankungen. Foto: A. P. Thomas

Kreis Heinsberg. Zu einem Infoabend zum Thema Lebererkrankungen als Seminar für Patienten hatte die Hepatitis-Selbsthilfegruppe Kreis Heinsberg in die Cafeteria des Heinsberger Krankenhauses eingeladen.

Prof. Dr. Dr.med. Frank Tacke, der aus dem Universitätsklinikum Aachen nach Heinsberg gekommen war, verdeutlichte den rund 40 Besuchern, dass 25 Prozent aller deutschen Erwachsenen erhöhte Leberwerte hätten, verbunden mit der Gefahr, an einer gestörten Leberfunktion zu erkranken. Es könne jedoch Jahrzehnte dauern, bis sich eine Leberentzündung (Hepatitis) zeige. Da die Leber in der Regel keine Schmerzen verursache, wüssten die meisten Menschen nichts davon.

Etwa zehn Millionen Menschen würden an einer sogenannten Fettleber leiden, etwa 500 000 an einer alkoholischen Fettleber. Eine Ernährungsumstellung könne da viel bewirken, da die Leber sich in vielen Fällen selbst regenerieren könne, erklärte er. Sieben bis zehn Prozent der Weltbevölkerung seien von einer viralen Leberentzündung betroffen. In Deutschland seien fast 1,1 Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis B und C infiziert, aber nur jeder Dritte wisse von seiner Erkrankung, da Symptome wie Müdigkeit unspezifisch seien oder gar ausbleiben würden.

Das Fortschreiten einer Lebererkrankung - von der akuten Hepatitis über ein akutes Leberversagen und eine chronische Hepatitis bis hin zur Zirrhose (Umbau des Lebergewebes) und zu Komplikationen wie Leberzellkrebs - entscheide über Prognose und Therapie für die Betroffenen. In Deutschland sei Leberzellkrebs die fünfthäufigste Krebserkrankung. Und gerade deshalb sei die Hepatitis-B-Impfung im Kindesalter so wichtig.

Für die Hepatitis C zeigte Tacke die Therapiemöglichkeiten auf. So würden zum Beispiel mit der sogenannten Dreifachtherapie als neuer Standard für vom Genotyp eins Betroffene heute drei Mal so viele Menschen überleben wie noch vor Jahren, als es etwa 30 Prozent waren. In der Forschung stünden neue, interferonfreie Therapiekonzepte vor der klinischen Erprobung. Bei den autoimmunen Lebererkrankungen wie Autoimmunhepatitis (AIH), primär biliäre Zirrhose (PBC) und primär sklerosierende Cholangitis (PSC) seien dauerhafte immunsuppressive Therapien gefordert, so der Mediziner.

Auf Komplikationen bei viralen Hepatitis- sowie bei Autoimmunerkrankungen ging Dr. med. Carsten Triller, Oberarzt im Städtischen Krankenhaus Heinsberg, ein. Er zeigte auf, welche Möglichkeiten die moderne Medizin heute hat, um die Umbauprozesse einer erkrankten Leber aufzuhalten.

Rolf Goertz von der Hepatitis-Selbsthilfegruppe Kreis Heinsberg machte deutlich, wie wichtig im Verbund von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen eine Selbsthilfegruppe sein kann, die aufklärt, berät und konkrete Hilfe leistet für Betroffene und ihre Angehörigen. Damit werde ein neues Fundament gemeinsamer Betroffenheit und Solidarität gebaut mit einem „Ich-bin-nicht-allein-Effekt”. Die Eigenverantwortung der Patienten werde dabei gestärkt, was einen verbesserten Therapieerfolg bewirke.

Nicht ohne Stolz verwies er darauf, dass die seit 13 Jahren für den Kreis Heinsberg bestehende Gruppe eine der wenigen sei, die von der Deutschen Leberstiftung zertifiziert und ihr assoziiert sei. Damit sei eine qualitativ hochwertige Beratung für Betroffene gegeben, erklärte Goertz und kündigte für den Kreis Heinsberg weitere Patientenseminare an.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert