Heinsberg-Oberbruch - Industriepark Oberbruch: Sechs Millionen Euro für den Abriss

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Industriepark Oberbruch: Sechs Millionen Euro für den Abriss

Von: Rainer Herwartz
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Der Blick auf die alten Enka-G
Der Blick auf die alten Enka-Gebäude im Industriepark Oberbruch ist beinahe schon ein Blick in die Historie. Bald werden sie verschwunden sein, um neuen Ansiedlungen die Möglichkeit zur Entfaltung und ein entsprechendes Raumangebot zu bieten. Foto: Dettmar Fischer

Heinsberg-Oberbruch. In den letzten Monaten war es etwas ruhig geworden um den Industriepark in Oberbruch. Die Aktivitäten der noch verbliebenen Firmen auf dem Gelände plätscherten nahezu unbemerkt von der Bevölkerung außerhalb des Zaunes vor sich hin.

Aus vielen der alten Backsteingebäuden ist längst das Leben gewichen. Wie bei Kuag erinnert oft nur noch ein Schild in luftiger Höhe an einstige Geschäftigkeit. Auch der Enka-Gebäudekomplex, der sich über rund vier Hektar Fläche erstreckt, gehört dazu. Doch nicht mehr lange, denn die Tage der in die Jahre gekommenen Fa-brikhallen sind nun gezählt.

Mit 6,1 Millionen Euro, die am Dienstag in Form eines Zuwendungsbescheides durch Michael Deitmer, Gruppenleiter im NRW-Wirtschaftsministerium, in Heinsberg übereicht wurden, werden Land und Bund zu je 50 Prozent den weiteren Ausbau des Industrieparks zu einem Chemiestandort fördern. Mit dem Geld soll durch den Abriss der Enka-Gebäude Platz geschaffen werden, um modernen Neuansiedlungen attraktive Voraussetzungen bieten zu können.

„Der Industriepark Oberbruch ist ein wichtiges Projekt der Standortentwicklung in der Region Aachen”, ließ Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger verlauten. „Auf der Grundlage eines regional abgestimmten Technologiekonzepts soll hier ein Chemiepark der Zukunft entstehen. Unternehmen aus den Bereichen Chemie, Kunststoffe, neue Werkstoffe und Recycling sollen angesiedelt werden, damit sie neue, attraktive Arbeitsplätze in der Region schaffen.”

Die gemeinsame Beteiligung der Stadt Heinsberg und der Nuon Energie und Service GmbH an der Industriepark Oberbruch Projektgesellschaft sei auch ein gutes Beispiel für öffentlich-private Partnerschaften, so der Minister.

Das Projekt wurde im Rahmen des NRW-EU Ziel 2-Wettbewerbs „Chek.NRW” von einer unabhängigen Jury ausgewählt. Schon im Jahr 2007 hatten die ersten Gespräche im Hinblick auf eine Förderung stattgefunden, erklärte Bürgermeister Wolfgang Dieder, der mit seinem Geschäftsführer-kollegen Josef Minkenberg für die Projektgesellschaft den langersehnten Zuwendungsbescheid entgegennahm.

Da auch das Gewerbegebiet Dremmen langsam an seine räumlichen Grenzen stoße, sei eine solche Reorganisation im Industriepark dringend notwendig. „Der Strukturwandel hat zwar begonnen”, so Minkenberg, „aber im Wesentlichen auf den Freiflächen. Flächen wie das Enka-Gelände können nur mit einer solchen Zuwendung wieder nutzbar gemacht werden.”

In diesem Zusammenhang bestätigte Dr. Joachim Steiner, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg: „Normalerweise werden solche Projekte nur mit 80 Prozent gefördert. Wir haben es mit vereinten Kräften geschafft, dass es 90 wurden.” Die restliche Summe wird durch die Projektgesellschaft aufgebracht.

Ende des Jahres starten die Abrissarbeiten. Bis zum Ablauf des Jahres 2013 soll das Gelände wieder bebaubar sein. Bert Dohmen, Wirtschaftsförderer der Stadt Heinsberg, ist optimistisch, dass sich dann auch Interessenten für eine Ansiedlung finden: „Wir sind sehr zuversichtlich, weil es sich um einen Industriestandort handelt mit der entsprechenden Infrastruktur. Ein Pfund, mit dem man wuchern kann.” Das sehen auch Dieder und Minkenberg so.

„Wir machen uns Hoffnungen, dass es mit anderen Gebäuden dann weitergeht”, haben beide schon das sieben Hektar große Gelände mit den alten Kuag-Gebäuden im Visier.
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