Selfkant - In der „Hollesse Tied” von „Landraub” gesprochen

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In der „Hollesse Tied” von „Landraub” gesprochen

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Selfkant. Der westlichste Zipfel Deutschlands unterscheidet sich deutlich von anderen Regionen entlang der deutsch-niederländischen Grenze.

Die in ihrer heutigen Gestalt 1969 geschaffene Gemeinde Selfkant hat dies unter dem Slogan „einmalig - zweisprachig - vielseitig” entsprechend aufgegriffen.

Und beim Blick zurück, bei der Suche nach dem Warum und Weshalb, stolpert der Fragende schließlich über die „Hollesse Tied”, womit in der Mundart des Selfkants jene Epoche angesprochen wäre, die dort bis heute spürbar nachwirkt: die „holländische Zeit”, die Jahre unter niederländischer Auftragsverwaltung, die mit der vorübergehenden Unterstellung des Selfkants unter niederländische Oberhoheit am 23. April 1949 ihren Anfang nahmen und innerhalb von 14 Jahren viele Voraussetzungen dafür schufen, dass im Selfkant diese einzigartige Mischung niederländisch-limburgischer und deutscher Einflüsse spürbar ist.

Der Beginn der niederländischen Auftragsverwaltung über den Selfkant vor 60 Jahren sowie die Feiern zum 40-jährigen Bestehen der Gemeinde Selfkant bildeten jetzt den Hintergrund für die Neuerscheinung „Einmal Niederlande und zurück - Een retourtje Nederland”. Für das Buch wurde vielfach noch nicht erschlossenes Archivmaterial gesichtet und ausgewertet. Zahlreiche Bildaufnahmen, die den Band illustrieren, stammen aus Privatbesitz und sind in der Vergangenheit noch nie veröffentlicht worden.

„Einmal Niederlande und zurück” basiert auf den Forschungsergebnissen der beiden Autoren Simon Hopf, Journalist aus Neuss, und Markus Conen, Lehramtsreferendar aus Höngen. Mit Peer Boselie, Archivar der Gemeente Sittard-Geleen, konnte ein weiterer Kooperationspartner für das Projekt gewonnen werden. Inhaltlich geht es zunächst um die gegen Ende des Krieges auf niederländischer Seite aufkeimenden Annexionsbestrebungen, die schließlich auf ein Minimum reduziert im Großen und Ganzen nur noch Elten bei Emmerich und den Selfkant betreffen sollten. Mit welcher Heftigkeit sich deutsche Akteure gegen diese Bestrebungen wehrten, zeigt der Begriff „Landraub”, den der damalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Karl Arnold (CDU) in diesem Zusammenhang verwendete.
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