Heinsberg - Im neuesten Berndorf-Krimi werden selbst Berge geklaut

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Im neuesten Berndorf-Krimi werden selbst Berge geklaut

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Michael Preute alias Jacques B
Michael Preute alias Jacques Berndorf (rechts) begeistert nicht nur Buchhändler Reiner Gollenstede mit seinem eigenen Humor. Foto: Petra Wolters

Heinsberg. Vor drei Jahren füllte der 75 Jahre alte Michael Preute, mittlerweile unter dem Namen Jacques Berndorf einer der ganz bekannten deutschen Krimiautoren, mit seinem damals aktuellen Werk die Stadthalle.

Aber auch bei seinem jüngsten Besuch mitten in den Sommerferien kamen viel mehr Zuhörer als erwartet. Und so hieß es für Buchhändler Reiner Gollenstede und sein Team erst einmal, die Buchhandlung üppig mit Stühlen zu füllen, sodass schließlich alle 120 Besucher einen Sitzplatz fanden. Derweil schlich sich Preute schon ganz leise herein und auf seinen Platz im schon bekannten schwarzen Ledersessel, wie Gollenstede schmunzelnd bemerkte.

„Sollte ich winkend kommen?”, konterte der Autor und gab damit schon zu Beginn die Visitenkarte des Humors ab, der ihm trotz der vielen schlimmen Erlebnisse als Kriegsreporter geblieben ist. Eine „Tradition des gut recherchierten Krimis” bescheinigte ihm Gollen-stede in seiner Einführung. Auch die „Eifel-Connection” als bereits 21. Werk von Preute werde nicht nur gelesen, weil die Eifel als Ort der Geschehens den Heinsbergern bekannt sei, sondern weil der Autor immer wieder gesellschaftliche Missstände aufgreife, wie etwa den Abbau von Vulkangestein in der aktuellen Kriminalgeschichte.

Dass Veranstaltungen mit dem Autor mehr als nur Lesungen aus seinem jeweils aktuellen Werk sind, machte er gleich zu Beginn deutlich, als er von seinen Erlebnissen als Kriegsreporter berichtete. „Die Bilder verlassen einen nicht”, so Preute. Daher wolle er auch unter gar keinen Umständen „ein heiles Buch” von sich geben. „Das könnte ich gar nicht.”

Der Autor erzählte in seiner ihm ganz eigenen, humorvollen Art von seinem ersten Werk, das Ende der achtziger Jahre unter dem Titel „Eifel-Blues” erschien und für das er schon damals den Namen seinen Wohnorts Berndorf als Künstlernamen auserkor. „Das Buch wurde 2000 Mal gedruckt, lag in den Buchhandlungen und blieb auch dort liegen”, schmunzelte Berndorf in die Runde. Sein jüngstes Werk dagegen verkauft sich aktuell wieder als Bestseller.

Siggi Baumeister, auch in dieser Ausgabe der Hauptdarsteller, „ist durchgehend 48 oder 49 Jahre alt”, bemerkte Preute lächelnd. Auch Eifel-Connection sei „nichts als ein Krimi”, gab sich der Autor dann wieder bescheiden. Und er enthalte zudem die Geschichte, „dass bei uns Berge geklaut werden!” Er selbst wohne im Schatten eines Berges, dem auf ganzer Länge 80 Meter fehlen würden. „Ich denke, man kann es als Krimi anbieten”, fügte er weiterhin äußerst bescheiden hinzu.

Wie nahe er der Realität mit seinem Buch ist, vermittelte er seinen Zuhörern, nachdem er zwei Passagen aus seinem neuen Werk vorgelesen hatte. Sechs Monate habe er recherchiert, so Preute. „2000 Hektar macht der Landkreis Vulkaneifel kaputt”. Und die Eifler würden überhaupt nicht reagieren, obwohl sie das Dilemma täglich vor Augen hätten. „Die Eifler sind so merkwürdig sprachlos.”

Der gesamte Stoff für einen neuen Roman forme sich während der Recherche. „Der Stoff ist im Hirn”, so Preute. „Ich mache alles mit dem Kopf. Das Schreiben dauert dann acht Wochen, ist schon Routine.” Er schreibe am Computer. Den Weg ins Internet kenne er aber nicht, fügte er schmunzelnd hinzu. Viele seiner Kollegen seien damit auch schon „böse auf die Schnauze geflogen!”.

Er spreche lieber selbst mit den Menschen. Und eine neue Idee für sein Buch Nummer 22 habe er auch schon, verriet er, bevor er in kunstvoller Linienführung seinen Künstlernamen noch in zahlreiche Ausgaben der Nummer 21 verewigte.
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